Digital, regional, egal? Ein Weckruf für den Mittelstand

Die Studie „Digital, regional, egal?“ die Silberball in Zusammenarbeit mit Spectra Marktforschung präsentierte legt die brennendsten Herausforderungen im Bereich Digitalisierung offen. Die Veranstaltung im weXelerate in Dornbirn war mit knapp 70 Besuchern ein großer Erfolg.

Die Studie „Digital, regional, egal? Ein Weckruf für den Mittelstand“ legt drei Schwachstellen im Bereich der Digitalisierung offen. Das Überraschende: Die Mehrheit der 160 befragen Unternehmen im DACH-Raum gibt an zu wissen, dass die digitale Transformation entscheidend für die Zukunftsfähigkeit ist – und bleibt in relevanten Punkten dennoch untätig.

Die Customer Journey, Digitalisierung der Arbeitsprozesse und der notwendige Kulturwandel sind die zentralen Herausforderungen für die digitale Transformation. Das ist das Ergebnis der Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Spectra aus Linz im Auftrag der Markenagentur Silberball durchführte. Das Thema Digitalisierung treibt die befragten Unternehmen am meisten um – noch vor Mitarbeiterfindung, Umwelt und Erschließen neuer Märkte. Vier von zehn Unternehmen fühlen sich zurzeit sehr gefordert, sich mit zumindest zwei dieser Themencluster auseinanderzusetzen. Das bedeutet jedoch im Umkehrschluss nicht, dass die restlichen 60 Prozent die Hausaufgaben gemacht haben. Im Gegenteil: Die Studienergebnisse legen nahe, dass im Mittelstand (Unternehmensgröße zwischen 50 und 1000 Mitarbeitern) die Herausforderungen mehrheitlich nicht erkannt bzw. unterschätzt werden.

Customer Journey
Nur rund ein Drittel der Firmen gibt an, zur Erfassung und Verarbeitung von Kundendaten digitale bzw. automatisierte Methoden zu verwenden. Dahinter stecken aber nur zum Teil Begriffe wie Marketing Automation oder Data Driven Marketing, die für eine transparente und durchgängig abbildbare Customer Journey Voraussetzung wären. Die Mehrheit von 55 Prozent war auf diesem Feld bisher mehr oder minder untätig.

Wertschöpfungs- und Arbeitsprozesse

Beim Thema Veränderung der Wertschöpfungs- und Arbeitsprozesse scheinen die Unternehmen deutlich weiter zu sein. So hat sich schon bei zwei Drittel der Firmen die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Fachabteilungen in ihren Arbeitsabläufen mehr verschmelzen müssen. Ebenso fast zwei Drittel sind auf einem guten Weg, Technologien und Softwarelösungen abteilungsübergreifend zu harmonisieren – also sogenannte Datensilos abzubauen. Zudem wird das Thema Digitalisierung derzeit noch hauptsächlich mit dem Thema Industrie 4.0 in Verbindung gebracht. Die Digitalisierung der Marktseite bzw. Marktprozesse – insbesondere Vertrieb und Marketing – steht noch ganz am Anfang. Das Ergebnis zeigt auch, dass die IT nur in einem von drei Unternehmen in der Digitalisierung den Lead hat.

Kulturwandel
Nichts geht ohne die Menschen in den Unternehmen. Wenn die Mitarbeiter nicht bereit sind den Weg der Digitalisierung mitzugehen und sich auf Veränderungen einzustellen, hilft die beste Digitalisierungsstrategie nichts. Die Mitarbeiter müssen ins digitale Boot geholt werden, insbesondere auch die Generation Z. Bemerkenswert ist, dass auch jene Unternehmen, die den Kulturwandel wenig oder gar nicht auf der Agenda haben, dieser Notwendigkeit durchaus zustimmen.
Für die Autoren der Studie ist klar: Die digitale Transformation ist eine Herausforderung, die zu bewältigen ist. Vorausgesetzt, die To-dos werden überhaupt angegangen.

Details zur Studie
Die Umfrage wurde von Silberball via Marktforschungsinstitut Spectra durchgeführt. Dazu wurden Expertengespräche geführt und Entscheider von 160 Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe und der Industrie in Österreich, Süddeutschland und der Ost-Schweiz telefonisch befragt.