Enderwerbung übergibt 50 Jahre Firmengeschichte ans Wirtschaftsarchiv

Das Wirtschaftsarchiv ist im Jänner um einen Schatz reicher geworden. Der 50 Jahre umfassende Archivbestand der enderwerbung ist quasi ein Stück Vorarlberger Wirtschaftsgeschichte und wurde von Seniorchef Karl Ender und Agenturchef Simon Ender an Dr. Christian Feurstein (Wirtschaftsarchiv) übergeben.

Originalplakate wie ein 72 Bogen-Plakat für die Firma Pfanner und etliche Broschüren, Inseratensujets und Rundfunkspots - teilweise auf Magnetbändern - und mehrere Transporter voll Kartons mit Druckbelegen und Unterlagen wanderten von Lustenau nach Feldkirch ins Wirtschaftsarchiv. "Unser 400 Quadratmeter großes hauseigenes Archiv war bis zum Bersten gefüllt. Wir wären gezwungen gewesen, einiges wegzuwerfen und haben im Gespräch mit Marketingclubchef Karlheinz Kindler die Aufbereitung unserer "historischen" Unterlagen durch das Wirtschaftsarchiv als erfreuliche Alternative entdeckt" berichtet Simon Ender.

Karlheinz Kinder der sich ebenfalls im Wirtschaftsarchiv engagiert und in der Kommunikationsabteilung der Industriellenvereinigung tätig ist, findet bewundernde Worte: "Das Archiv der enderwerbung ist ein wahrer Leckerbissen  Vorarlberger Wirtschaftsgeschichte. Es ist schön, dass das Wirtschaftsarchiv diesen Schatz nun heben darf". Die Aufbereitung der Unterlagen durch Dr. Christian Feurstein wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, wir berichten gerne zu gegebener Zeit mehr darüber.

Industrie-, Lebensmittel- und Textilbranche
Ein Gründungskunde der enderwerbung war die Firma Head - die heute noch mit einem nahezu unveränderten Logo firmiert. Seinerzeit wurden für den Sportartikelhersteller sogar ganzseitige Inserate im deutschen Playboy geschaltet, erinnert sich Simon Ender. Auch Ski-Schuh-Hersteller Raichle, 11er Nahrungsmittel, Fohrenburger, Gröbi, Kaiser Brustkaramellen, Alma, der Meisterbäcker Ölz sowie Pfanner Fruchtsäfte und Rauch waren bekannte Kunden der enderwerbung. Zahlreiche Logos und Packagings gehen auf die Lustenauer Werbeexperten zurück. In den umfangreichen Unterlagen befinden sich Werbesujets von Kral, Hilti Thüringen, Teleport, der Dornbirner Sparkasse oder dem Skigebiet Mellau-Damüls

Auch ein Stück Vorarlberger Textilgeschichte - Unternehmen wie Benedikt Mäser, Schoeller, Hilcona, Bischof Textil (CH) wurde von der enderwerbung mitgeschrieben. Das WIFI Vorarlberg und das Modehaus Strolz waren ebenfalls Kunden. "Bei uns stand 1973 einst das dritte Faxgerät in ganz Vorarlberg und zu Hoch-Zeiten - als die Kommunikation noch sehr viel mit Handwerk zu tun hatte - umfasste das enderwerbung-Team 28 Köpfe" so Simon Ender.

Ein Weltrekord im Strampeln

Aus der jüngeren Geschichte - 2008 - stammt ein Weltrekord, den die Agentur eingeheimst hat: im Rahmen der Dornbirner Messe - der Sonderschau Energiezukunft - ließen die Lustenauer Werbeprofis Vorarlberger Politiker und 2.500 Messebesucher mit dem Fahrrad strampeln und Strom produzieren. 2013 wurde der legendäre Vorarlberger Werbepreis AdWin mit wunderschönen Papiersujets und dem Motto "Pure Kreativität" von der enderwerbung ausgerichtet. "Wir freuen uns, dass unser Kreativarchiv im Wirtschaftsarchiv professionell aufgearbeitet, digitalisiert und skartiert wird", so Simon Ender.


Über das Wirtschaftsarchiv Vorarlberg

Das Wirtschaftsarchiv Vorarlberg wurde im Jahr 1983 als Gemeinschaftsprojekt der Vorarlberger Wirtschaft gegründet. Organisiert als gemeinnütziger Verein dokumentiert das Archiv die Geschichte der Wirtschaft des Landes. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden der Bevölkerung und insbesondere der Jugend vermittelt. Die zahlreichen wirtschaftshistorischen Dokumente, Fotos, Aufzeichnungen, Bücherbestände etc. im Wirtschaftsarchiv sind frei und kostenlos zugänglich. Insbesondere Schüler, Studenten und Historiker nutzen diese Quellen für Ausbildungsprojekte und Forschungen. Darüber hinaus veranstaltet das Wirtschaftsarchiv selbst Ausstellungen, Vorträge und gibt Publikationen heraus.

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