"Weckruf an die eigene Branche"

Unsere Branche benötigt mehr Betriebe die ausbilden. Viele interessierte junge Menschen - teilweise mit Matura oder abgeschlossener Ausbildung in anderen Bereichen - suchen eine Lehrstelle in der Kreativbranche. Die Ausbildungsoffensive der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation zeigt Chancen und Möglichkeiten für Ausbilder und Auszubildende.

Gut ausgebildeter Nachwuchs ist ein Gewinn für jede Branche. In der Vorarlberger Kreativbranche fehlen Ausbildungsbetriebe, verbesserte Rahmenbedingungen sollen bei den Betrieben mehr Lust auf die Lehrlingsausbildung wecken. Ein engagiertes Kernteam um Martin Dechant (ikp, stellvertretender Obmann der Fachgruppe) hat sich in den vergangenen fünf Jahren intensiv für neue Ausbildungswege und eine Beschulung in Vorarlberg eingesetzt. Initiator Dechant: „Wir sind ein freies Gewerbe, d.h. jeder kann das Gewerbe anmelden. Derzeit sind 931 aktive Betriebe in der Vorarlberger Kreativbranche gemeldet. Lediglich eine Handvoll davon bildet - sage und schreibe 11! - Lehrlinge aus. Dabei werden Fachkräfte händeringend gesucht. Es ist wichtig, dass noch weit mehr Betriebe selbst ausbilden, junge Menschen für den Markt qualifizieren und Fachkräfte nach modernsten Gesichtspunkten ausbilden. Wir starten praktisch einen Hilferuf an die eigene Branche!“

Berufsschule in Bregenz
Die Ergebnisse des langjährigen Bemühens bei unterschiedlichen Behörden und Institutionen wurden heute im Rahmen einer Pressekonferenz einem größeren Kreis präsentiert. Ausbilder wie Christoph Lenz (cunabo) und Doris Fisar (mprove), der Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Gerhard Hofer und Initiator Martin Dechant stellten die Modernisierungen und Neuerungen für die Lehrlingsausbildung vor und machten auf die i, Vorarlbergs größte Ausbildungsmesse, vom 7. bis 9. November 2019 im Messequartier Dornbirn aufmerksam.

Eine große Erleichterung für bestehende und künftige Ausbildungsbetriebe ist die Beschulung in Vorarlberg. Die Kreativlehrlinge werden ab Herbst 2020/21 in Bregenz in der Landesberufsschule II ihre Schulzeit absolvieren, statt wie bisher für den Blockunterricht nach Salzburg fahren zu müssen. „Die Möglichkeit der Beschulung in Vorarlberg ist das Ergebnis eines langjährigen, intensiven Prozesses, der von der Fachgruppe initiiert und betrieben wurde. Wir sind sehr froh, unseren Betrieben damit nun auch verbesserte Rahmenbedingungen zur Lehrausbildung bieten zu können“, erklärte Dechant.

Ausbildungsbetriebe gesucht

In der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation werden aktuell elf Lehrlinge ausgebildet. Die Voraussetzungen für die Ausbildung junger Menschen in der Kreativbranche wurden nun maßgeblich verbessert: Die Inhalte der Lehrberufe Medienfachmann/Medienfachfrau wurden komplett modernisiert und reagieren auf Markterfordernisse, den Agenturalltag und die Digitalisierung. "In diesen Bereichen ist wie bekannt ja kein Stein auf dem anderen geblieben", so Martin Dechant. Die bisherigen drei Einzellehrberufe wurden mit heurigem Schuljahr in ein Modell mit vier Kompetenzschwerpunkten umgewandelt. Doris Fisar  und Christoph Lenz unterstrichen die Bedeutung der eigenen Fachkräfteausbildung und bedankten sich dafür, dass ihre Lehrlinge im Lehrlingsprojekt "Standgestaltung für die i" dabei sein durften. "Die Learnings daraus waren groß". Obmann Gerhard Hofer und Stv. Obmann Martin Dechant ihrerseits bedankten sich bei den Ausbildungsbetrieben (cunabo, mprove, saegen4)  für die Bereitschaft, ihre Lehrlinge für das i-Messeprojekt freizuspielen.

Save the Date: i-Messe ab 7. November 2019
Die drei Werber-Lehrlinge Sandra Geiler (cunabo-werbeagentur.com), Erwin Kamoglu (www.saegenvier.at) und Hannes Maier (www.mprove.at) haben den Messeauftritt der Sparte Information und Consulting auf der i-Messe entwickelt und gestaltet und berichten in der Halle 9 im Messequartier über ihre Ausbildung. i-Messe-Standparty, 18 Uhr, http://www.wkv.at/event/2147

Der diversifizierte Ausbildungsplan für den Lehrberuf Medienfachmann/-frau:

Schwerpunkt Webdevelopment und audiovisuelle Medien
Medienfachleute mit Schwerpunkt Webdevelopment und audiovisuelle Medien entwickeln und gestalten Websites und organisieren die Produktion von Audio-, Videobeiträgen und Animationen für die Webpräsenz ihrer Kund/-innen.
Sie erstellen Konzepte, Projektpläne und Kalkulationen, stimmen diese mit ihren Kund/-innen ab und gestalten die Websites mit verschiedensten Software-Tools und Programmiersprachen für die Web-Entwicklung. Dabei arbeiten sie eigenständig, zusammen mit Berufskolleg/-innen bzw. mit Spezialist/-innen für Web-Design und -Entwicklung.
Werden beim Webdevelopment auch Audio- und Videobeiträge und Animationen eingesetzt, übernehmen Medienfachleute mit Schwerpunkt Webdevelopment und audiovisuelle Medien das Konzept und die Organisation der Umsetzung gemeinsam mit Spezialist/-innen für 2D- und 3D-Animationssequenzen bzw. Video- und Audioproduktion.

Schwerpunkt Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien
Medienfachleute im Schwerpunkt Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien entwickeln Layout und Design von Print- und Online-Produkten und organisieren die Produktion von Audio-, Videobeiträgen und Animationen.
Sie erstellen Entwürfe, Skizzen, Gestaltungs-, Farb- und Bildkonzepte, wählen Bilder, Grafiken und Schriften aus und gestalten die gewünschten Print- oder Online-Produkte in Absprache mit ihren Kund/-innen in unterschiedlichen Formaten und Layouts. Sie verwenden spezielle Software für Grafik und Bildbearbeitung und arbeiten zusammen mit Berufskolleg/-innen aber auch Illustrator/-innen, Fotograf/-innen oder Web-Spezialist/-innen.
Für die Produktion von Audio-, Video- oder Animationsbeiträgen erstellen sie dramaturgische und visuelle Konzepte und organisieren die Produktion durch Spezialist/-innen für 2D- und 3D-Animationssequenzen bzw. Video und Audio.

Schwerpunkt Online-Marketing
Medienfachleute mit Schwerpunkt Online-Marketing kümmern sich um die Onlinepräsenz sowie das Online-Marketing und Online-Werbekampagnen von Unternehmen, Institutionen oder Veranstaltungen.
In Absprache mit ihren Kund/-innen definieren sie Zielgruppen, Inhalte und Strategien für Websites, Newsletter, Corporate Blogs und Social-Media-Plattformen. Sie stellen Inhalte zusammen, betreuen die Website-Inhalte, erstellen und verschicken Newsletter, planen und entwickeln die Social-Media-Auftritte und schalten Online-Werbung. Sie überprüfen laufend den Erfolg der Maßnahmen mittels Monitoring- und Analysetools und erstellen Reports und Auswertungen.
Medienfachleute mit Schwerpunkt Online-Marketing müssen sich laufend über neue Trends bezüglich Social-Media-Plattformen, Influencer-Netzwerken, Website-Usability und anderer Tools informieren, um am neuesten Stand zu bleiben und arbeiten eng zusammen mit ihren Kund/-innen sowie Berufskolleg/-innen aus den Bereichen Marketing, Kommunikation, Web-Publishing und Grafik.

Schwerpunkt Agenturdienstleistungen
Medienfachleute im Schwerpunkt Agenturdienstleistungen entwickeln Konzepte und Strategien für Werbung, Marketing und Public Relations (PR) von Unternehmen, Institutionen, Produkten oder Veranstaltungen.
Sie führen Marktforschungen durch und bestimmen Zielgruppen, arbeiten an der Planung und dem Konzept von Kampagnen und Kommunikationsformaten mit und stimmen diese mit den Kund/-innen ab. Für die Kommunikationsstrategien verfassen sie Texte (z. B. Presseaussendungen), bereiten Bild- und Videomaterial auf, schalten Anzeigen oder vereinbaren Medienkooperationen.
Medienfachleute mit Schwerpunkt Agenturdienstleistungen haben ein großes Netzwerk und Wissen über ihre Kommunikationspartner/-innen (Vertriebspartner/-innen, Journalist/-innen, Kund/-innen) und arbeiten zusammen mit Spezialist/-innen für Print-, Web- und Online-Produkte und Kommunikation.

Details zu den Berufsbildern auf https://www.kommunikation-vorarlberg.at/news/branchennews/neue-lehrberufe-medienfachmann-frau