Interview des Monats

Christian Feurstein (Jg. 1981) ist Kommunikationsgestalter und einer der Gründer von Super – Büro für Gestaltung in Egg. Das fünfköpfige Team entwickelt Erscheinungsbilder, Websites, Kommunikationskonzepte und interdisziplinäre Projekte in der Region und darüber hinaus und erhielt gemeinsam mit Innauer Matt Architekten den Staatspreis Design in der Kategorie Räumliche Gestaltung für die als Rundweg und Mahnmal konzipierte „Georunde Rindberg“.

Wie kamt Ihr zu dem Projekt?

Christian Feurstein: "Die Gemeinde Sibratsgfäll hat einen Wettbewerb für das Thema ausgeschrieben. Beim gemeinsamen Briefing in Sibratsgfäll haben wir uns mit Innauer Matt Architekten zusammengeschlossen, da es sowohl kommunikative wie bauliche Anforderungen gab. Bei den Wettbewerbsteilnehmern wurden ebenso interdisziplinäre Teams gebildet."

Hattet Ihr einen persönlichen Bezug zum Ereignis?

Christian Feurstein: "Nicht direkt. Damals war das schon ein Thema und wir konnten uns schon daran erinnern. Aber das Ausmaß und auch die nachhaltige Veränderung im Dorf ist uns erst mit der Beschäftigung mit dem Projekt bewusst geworden. Das Ausmaß und die tiefe Wirkung der Ereignisse auf die Bewohner hat uns aber sehr berührt."

Wie war die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Architekten?

Christian Feurstein: "Da wir die Jungs von Innauer Matt gut kennen war es eine sehr befruchtende und einfache Zusammenarbeit. Als Startschuss haben wir mit beiden Büros vor Ort eine Begehung und eine Kässpätzle-Partie gemacht. Da entstanden schon einige Grundideen, die wir dann in enger Kooperation weiter geschärft haben. Die Architekten haben sich dann um die dreidimensionale Ausprägung der gemeinsam konzipierten Stationen gekümmert, ebenso um Materialisierung und andere bauliche Dinge. Wir haben dem Ganzen eine Erscheinung gegeben und die Inhaltsebenen erarbeitet. Durch die unkomplizierte Art des Auftraggebers konnten wir nahezu alle Ideen ohne größere Einwände umsetzen."

Wie fühlt man sich als Staatspreisträger?

Christian Feurstein: "Gut. Der Moment als wir aufgerufen wurden war schon sehr überraschend. Entsprechend nervös waren wir dann auch auf der Bühne. Wir nehmen ja generell nicht an vielen Preisverleihungen teil und sind da nicht so geübt."

Gab es spezielle Herausforderungen bei einem „Freiluftprojekt?

Christian Feurstein: "Natürlich mussten wir uns mit den Handwerkern zusammen um die Haltbarkeit der eingesetzten Materialien kümmern. Diesen Spagat zwischen Haltbarkeit, Umsetzbarkeit und Kosten galt es mit dem Auftraggeber auszuloten und abzustimmen. Das war nicht immer einfach und hier mussten natürlich auch Kompromisse gemacht werden. Alles in allem war es aber aufgrund der erfahrenen und tollen Partner eine sehr feine unkomplizierte Zusammenarbeit.

Das Projekt ist uns im Laufe des Prozesses sehr ans Herz gewachsen. Der Mut und die Bereitschaft der Gemeinde und des Vereins „Bewegte Natur“ hat uns positiv überrascht. Hier hat sich im Laufe des Projektes eine immer größer werdende Vertrauensbasis entwickelt die auch sicher ausschlaggebend für die Qualität des Projektes war."

Vielen Dank für das Gespräch!

Anmerkung:

Wir verweisen auf die Ausstellung "Staatspreis Design" ab 2.3. im designforum V sowie unsere Exkursion:

Storytelling. Mit der Gefahr leben lernen.
Exkursion zur Georunde Rindberg
Donnerstag, 22. März 2018