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Kreativwirtschaft noch enger vernetzen

Der virtuelle „Runde Tisch“ unserer Fachgruppe erhob in einem von Martin Dechant moderierten Zoom-Meeting die aktuelle Situation unter den 25 Teilnehmenden und deren Vorschläge für die nahe Zukunft. Ziel ist es, die Branche wieder an die Oberfläche zu bringen und kluge Ideen und Konzepte für eine lebendige Kreativwirtschaft zu entwickeln.

Der designierte neue Obmann erläuterte die Ergebnisse der Wirtschaftskammerwahlen – dazu verweisen wir auf das separate „Interview des Monats“, das demnächst online geht. Martin Dechant in seiner Einführung: „Wir wollen die Kreativwirtschaft noch enger vernetzen und die verschiedenen Berufsbilder in der Fachgruppe Werbung - wie die Filmer, Fotografen oder Vertreter der Eventbranche - noch näher zu uns holen. Sobald es möglich ist, sollten wir uns gemeinsam wieder physisch treffen. Ein Ort könnte das designforum im Campus in Dornbirn sein.“

Ideen einbringen
Die aktuelle Coronakrise hat Auswirkungen auf die gesamte Branche. Um ins Tun zu kommen wurde von der FG in einer ersten schnellen Reaktion via Newsletter aufgerufen, Angebote der FG-Mitglieder an die Redaktion (redaktion@kommunikation-vorarlberg.at) zu melden. Verschiedene Vorschläge wurden bereits auf unserer Website sowie in Social Media veröffentlicht, wir bitten diese Möglichkeit weiter zu nutzen. Trotz aktueller Einschränkungen wird die Zukunft der FG weiterentwickelt. Die nächsten Ziele von Martin Dechant und seinem Team: „Im zweiten Schritt geht es darum, die Branche neu zu denken – dazu lade ich alle zur Mitarbeit ein. Wir möchten alle abholen und einen gemeinsamen Vorschlag zu folgenden Fragen zu erarbeiten:

-    Wie können wir uns besser aufstellen, die Branche sichtbarer machen.
-    Wie werden unsere Leistungen besser gesehen?
-    Welche guten Kooperationen können eingegangen werden?
-    Wie können wir Werbung für die Werbung machen?
-    Sind Kreativpreise noch das Richtige?
-    Gibt es andere Möglichkeiten und sind diese für eine Zusammenarbeit gefragt?

Wie geht es den Mitgliedern? Überraschend gut.
Die aktuelle Situation der Kreativbranche ist durchwachsen, aber unterm Strich überraschend gut. Die Fragerunde beim „Runden Tisch“ ergab: Mittlere und größere Agenturen versuchen mit der Aufarbeitung von Projekten und Kurzarbeit Auftragsverluste abzufedern, Digitalagenturen verzeichnen teils eine hohe Nachfrage, EPU im Grafik- und Textbereich kommen relativ gut über die Coronakrise – eine Ausnahme bilden UnternehmerInnen der Eventbranche, wo derzeit weder gearbeitet noch Einnahmen lukriert werden können. Die WKV bietet Hilfestellungen und Informationen zu Überbrückungshilfen und Hilfsfonds. Martin Dechant bedankte sich beim Fachgruppenbüroteam ringsum Sibylle Drexel, das hunderte Telefonate souverän abgewickelt hat. Sein Aufruf zum Schluss des virtuellen „Runden Tisches“: „Lasst uns gemeinsam an den Strukturen und Möglichkeiten der Fachgruppe zusammenarbeiten und aufzeigen, welches Potenzial wir mit der Kreativbranche im Land haben. Das stelle ich gerne zur Diskussion.“

Teilnehmerstimmen (Auszug)

Sergej Kreibich (GoBiq): „In der Fachgruppe haben wir unglaubliches Wissen, das wir noch besser vernetzen können. „Werbung für die Werbung“ sollte extrem gut gemacht werden und darf nicht von vorgestern sein“.

Gerhard Hofer (spiritworks):
„Manche Kunden haben Zeit, jetzt Dinge genauer zu betrachten, bei manchen wirkte Covid wie ein Turbo. Es ist eine spannende Zeit die manches in Bewegung bringt.“

Karin Guldenschuh-Vonach
(Consulting & Storytelling):
„Als Unternehmerin mit Kindern ist man den ganzen Tag eingespannt da auch noch Homeschooling und Homecare zu leisten sind. Ich finde es bedauerlich, dass die Situation von Eltern niemanden interessiert, ich muss mir meine Zeit für die Arbeit regelrecht stehlen. Was mich zudem beschäftigt ist die Unsicherheit und mangelnde Perspektive.“

Michael Casagranda (Silberball)
„Die Rückmeldungen zeigen den Unterschied zwischen EPU oder größeren Agenturen - wir haben 22 Leute zu bezahlen...  Ad Kooperation: gerne, aber es muss sehr gut überlegt sein. In welcher Form können wir Kompetenzen bündeln und sinnvoll kooperieren?“

Brini Fetz (Grafik):
„Es ist für Kunden der Fachgruppe wichtig zu wissen, dass wir nicht nur schöne Designs kreieren, sondern auch helle Köpfe sind, die Businessdevelopment und noch viel mehr leisten.“

Georg Burtscher (russmedia.com):
„Traurigerweise hat es Covid19 benötigt, um die Errichtung vieler heimischer Onlineshops zu forcieren. Die digitale Kommunikation hat großen Schwung bekommen. Eines unserer Learnings: wir schaffen in einem Jahr nicht so viele Projekte, wie wir in den vergangenen Wochen konsequent auf die Beine gestellt haben.“