Preisregen für sägenvier

Für die Umsetzung der Signaletik im vorarlberg museum in Bregenz wurde Sägenvier nach dem European Design Award mit dem Joseph Binder, dem Iconic und dem ISTD Award ausgezeichnet. Auch der Designpreis der BRD ist dem Vorarlberger Büro für DesignKommunikation sicher.

Das Orientierungssystem im vorarlberg museum, das seine Informationen auf Wände und Böden projiziert – diese schlichte und gleichzeitig außergewöhnliche Lösung erweist sich als wahrer Juryliebling. Das Leitsystem durch das im Vorjahr wiedereröffnete Museum überzeugt nicht nur durch die notwendige Flexibilität, sondern auch durch den behutsamen Umgang mit den Materialien. Es hält sich bewusst im Hintergrund und unterstreicht die Ästhetik der Architektur von Cukrowicz Nachbaur Architekten.

International überzeugend
Die von Sigi Ramoser, Martin Platzgummer und Stefan Amann entwickelte Signaletik wurde im Frühjahr bereits mit dem European Design Award in Silber ausgezeichnet. Nun darf sich das Team von Sägenvier in Dornbirn über fünf weitere Preise freuen. Einer von ihnen ist der Joseph Binder Award von designaustria – Österreichs einziger international ausgeschriebener Wettbewerb für Grafikdesign & Illustration. In der Kategorie Informationsdesign holte sich das Büro für DesignKommunikation die silberne Trophäe. Zudem erhielt Sägenvier einen Joseph Binder Award in Bronze für die zwei von Stefan Amann gestalteten Plakate für die Ausstellung «Jenseits der Ansichtskarte. Die Alpen in der Fotografie.» im vorarlberg museum.

Auch bei internationalen Wettbewerben konnte Sägenvier überzeugen: Die Jury der ISTD International Typographic Awards in London verlieh einen Premier Award in der Kategorie Ausstellungsdesign/Leitsysteme. Beim Designpreis der Bundesrepublik Deutschland siegte das Projekt in der Kategorie „Architecture and Urban Space“. In der Begründung nannte die Jury das Orientierungssystem „ein Musterbeispiel für eine adaptive Signaletik“.

Ganzheitliche Beurteilung
Der Iconic Award ist der erste neutrale, internationale Architektur- und Designwettbewerb, der die Disziplinen in ihrem Zusammenspiel berücksichtigt. Die Juroren kürten Sägenvier  zum Gewinner in der Kategorie Communication. „Mit einem Projekt gleich mehrfach international zu überzeugen, ist eine wunderbare Bestätigung für unsere Arbeit“, freut sich Sigi Ramoser, Geschäftsführer von Sägenvier.

Über das Projekt
Signaletik dient der räumlichen Orientierung in einem komplexen Gebäude. „Bei der Umsetzung ging es uns in erster Linie darum, auf die Besonderheiten der Architektur zu reagieren und behutsam mit den Materialien wie Lehm, Messing und Holz umzugehen“, erläutert Martin Platzgummer. Die Entscheidung fiel somit auf Licht und Schrift. Keine Direktbeschriftungen und kein Schildersystem – sondern Licht, das Informationsinhalte auf Wände und Böden projiziert. Die Ausstellungsebenen werden damit ästhetisch voneinander abgegrenzt. Das Orientierungssystem erfüllt seine Aufgaben, hält sich aber bewusst im Hintergrund und verschwindet, wenn das Museum am Abend seine Pforten schließt und das Licht ausgeht.

Ein weiterer Aspekt bei der Konzeption war die Flexibilität: „Die zeitlich wechselnden Ausstellungen erfordern ein variables System für die Orientierung. Mit den eingesetzten Projektoren können die zu transportierenden Informationen schnell verändert werden“, so Platzgummer.

Die Signaletik des vorarlberg museum umfasst auch die Screens mit Schwarz-Weiß-Schrift an der Außenfassade, die mit Blattgold beschrifteten Veranstaltungsräume sowie die aufpolierten Schriften an den patinierten Messingtüren. Von großer Bedeutung ist für Sigi Ramoser die Außenbeschriftung auf dem Vordach des Haupteinganges: „Die Idee des Schriftzuges mit Buchstaben aus Messing stammt von Stefan Sagmeister.“ Basierend auf den Entwürfen des bekannten Grafikdesigners und Typografen wurde der Schriftzug, der sich je nach Lichtsituation und Betrachtungsperspektive verändert, umgesetzt.

Info: www.saegenvier.at/neues