Urhebernachweis und Herstellerbezeichnung in digitalen Lichtbildern

Die Bundesinnung der österreichischen Berufsfotografen und der Rechtsschutzverband der Fotografen Österreichs gestatten sich auf folgendes – rechtlich und wirtschaftlich relevantes - Thema aufmerksam zu machen:

Das österreichische Urheberrechtsgesetz legt mit § 74 Abs 3 fest, dass derjenige, der ein Lichtbild einmal mit seinem Namen versehen hat (Copyright-Vermerk) einen Rechtsanspruch auf Herstellerbezeichnung bei sämtlichen hinkünftigen Veröffentlichungen dieses Fotos hat, unabhängig davon, ob die für die Veröffentlichung verantwortliche Person/Redaktion/Institution davon wusste oder wissen musste.

Entfernung der IPTC ist untersagt

In digitalen Zeiten erfolgt die Anbringung dieses Copyright-Vermerkes regelmäßig dadurch, dass sich dieser in den sogenannten METADATEN (IPTC-Daten) einer Fotodatei wiederfindet, was nach einhelliger Rechtsprechung des österreichischen OGH den Erfordernissen der erstmaligen Herstellerbezeichnung genüge tut. Gemäß der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) ist es untersagt, diese IPTCDaten ohne Zustimmung des Urhebers bzw. Rechteinhabers zu löschen bzw. zu verändern.

Klage droht
Die genannten Vertreter der österreichischen Berufsfotografen mussten nach zahlreichen Hinweisen ihrer Mitglieder feststellen, dass Verlagshäuser und andere Bildnutzer dementgegen die Metadaten in Fotodateien löschen oder verändern. Damit handeln sie rechtswidrig und setzen sich der Gefahr einer urheberrechtlichen Beanstandung, allenfalls auch einer teuren Klagsführung aus.

Recht auf Namensnennung einhalten

Die Bundesinnung der österreichischen Berufsfotografen sowie der Rechtsschutzverband der Fotografen Österreichs richten daher an die österreichischen Medienpartner das nachdrückliche Ersuchen, von der Entfernung oder Veränderung von IPTC-Daten in Fotodateien Abstand zu nehmen und darüber hinaus dem Recht auf Namensnennung des Lichtbildherstellers insofern Genüge zu tun, als dass der Urhebernachweis (Copyright-Vermerk, z.B.: Foto © Maria Muster) gut lesbar direkt am Lichtbild angebracht wird. Sollte dies aus belegbaren technischen oder formalen Gründen nicht möglich sein, ist der Urhebernachweis in gut lesbarer und eindeutig zuordenbarer Verbindung mit dem Lichtbild in anderer Form zu veröffentlichen.

Die Berufsfotografen hoffen, mit dieser Erinnerung an die geltende Gesetzeslage zukünftigen urheberrechtlichen Beanstandungen und allenfalls auch einer teuren Klagsführung entgegen wirken zu können.

Auf der Website des Rechtsschutzverbandes der österreichischen Berufsfotografen kann die Broschüre "Basis Info Urheberrecht" speziell für Berufsfotografen und deren Kunden heruntergeladen werden.
Mehr auf https://rsv-fotografen.at/downloads/

Urheberrecht an Fotos: Die Basics
Im Urheberrecht gibt es zwei Kategorien von Fotos: Lichtbildwerke mit vollem urheberrechtlichen Schutz und einfache Lichtbilder mit vermindertem Leistungsschutz. Entscheidendes Kriterium ist die individuelle Gestaltung durch den Fotografen - das trifft aber laut Erkenntnis des Obersten Gerichtshofs (2001) auf so gut wie alle Fotos zu. Ausnahmen sind lediglich z.B. kartografische Aufnahmen oder Automaten-Passfotos.

Urheber/Hersteller eines Fotos kann nur eine natürliche Person sein. Nur bei gewerbsmäßig hergestellten, einfachen Lichtbildern gilt der Inhaber des Unternehmens als Hersteller. Ob ein Berufsfotograf oder ein Hobbyknipser der Schöpfer ist, ist dagegen nicht relevant.
Das Urheberrecht entsteht automatisch mit der Aufnahme eines Fotos und kann per se nicht übertragen werden. Der Urheber kann anderen aber Nutzungsrechte einräumen.

Aus dem Urheberrecht ergeben sich für den Urheber vermögensrechtliche und persönlichkeitsrechtliche Befugnisse. Erstere räumen ihm u.a. das Recht ein, seine Fotos entgeltlich oder unentgeltlich zu verwerten und zu verbreiten. Zu den persönlichkeitsrechtlichen Befugnissen zählen das Recht auf Urheberschaft, auf die Angabe einer Urheberbezeichnung bei Veröffentlichung und das Änderungsverbot.
Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, bei einfachen Lichtbildern 50 Jahre nach ihrer Aufnahme.