Vorarlberg impft: Der Rundruf zur Kampagne der Landesregierung

Seit gut einer Woche ist die Impfkampagne der Vorarlberger Landesregierung on air. Mit Kleinplakaten, Inseraten, auf Social Media Kanälen, mit Radiospots und Videocontent wollen die Macher der Kampagne (ikp und Sägenvier) möglichst viele in Vorarlberg „zur Impfnadel“ bringen. Wie wird die Machart der Kampagne innerhalb der Fachgruppe gesehen, was gefällt, was wird kritisch gesehen? Hanno Schuster hat nachgefragt.

„Schade, dass man nicht mehr auf den Austausch setzt“
Marco Spitzar (studio spitzar, Dornbirn): „Alles, was passiert um die Leute von der Sinnhaftigkeit der Impfung zu überzeugen ist positiv. In diesem Sinne begrüße ich die Initiative sehr“. Für ihn müsste die Kampagne jedoch vor allem Fragen zulassen und abbilden. „Jede Kampagne gibt gleich Antworten“, so Spitzar. Dabei gehe es gerade in dieser Sache auch darum, Ängste und Bedenken auszuräumen. „Die kann man aber nur ausräumen, wenn man sie zunächst zulässt“.

Die Kampagne schafft Beteiligung und Identifikation
Anders die Meinung des Chefs der alteingesessenen Agentur Ender Werbung, Simon Ender. „Die Kampagne fällt auf jeden Fall auf, sie ist kaum zu übersehen. Sie schafft eine positive Stimmung“. Punkten könne die Kampagnen-Idee aber auch mit dem Plakatgenerator. Firmen, Vereine ect. können mittels Passwort ihr eigenes „Wir wollen wieder – Plakat“ generieren und so die eigene Belegschaft bzw. Mitglieder zur Impfung animieren. Simon Ender: „Das schafft Beteiligung und Identifikation mit dem Anliegen“. Allerdings vermisst er – zumindest bis jetzt – Großplakate: „Social Media, Inserate, Radio bzw. TV sind schon ok, aber es gibt zunehmend Leute, die gar keine Medien mehr konsumieren. Die erreicht man eben nur, wenn man auch im öffentlichen Raum präsent ist“.

Die Mehrsprachigkeit der Kampagne ist ungeheuer wichtig
„Viergestalten“- Mitglied Bernhard Hafele (viergestalten designkollektiv) glaubt hingegen, dass der Verzicht auf Großplakate kein Verlust ist. Im Gegenteil: „Was man sich hier erspart kann man besser im Digitalbereich einsetzen. Das gilt im Übrigen auch für die Inserate in den Printmedien“. Ansonsten er schließt sich dem Lob an. „Die Aussagen sind gut getroffen, die Mechanik gut gewählt. Eine coole Idee prima umgesetzt“, so sein Urteil. Wichtig für ihn ist die Mehrsprachigkeit. „Wer alle Leute im Land ansprechen will, der muss sich darüber im Klaren sein, dass er auch von jedem verstanden wird“. Und das werde hier tatsächlich erfüllt.

Auf die Vorfreude setzen – sehr klug
Ein schwieriges Thema, aber gut umgesetzt. Das findet die Designerin Brini Fetz (hejstudio BregenzIKopenhagen) heraus. „Die Probleme mit Covid kann niemand mehr hören. Daher ist die Ausrichtung auf die Vorfreude, auf ein „Nach der Pandemie“, ein richtiger Ansatz. Klar herausgearbeitet ist auch der regionale Gedanke; Stichwort Käsknöpfle. Man fühlt sich angesprochen.“ Wichtig, so Brini Fetz weiter, sei ein guter Medienmix. „Eine Kampagne die alle erreichen möchte, sollte den öffentlichen Raum nicht vergessen“.