Wusstet ihr, dass ... (1)

...ist eine weitere neue Kolumne, die wir regelmäßig mit unserem Newsletter als Information, Diskussionsgrundlage oder Inspiration mitgeben möchten. Wir suchen übrigens noch weitere ExpertInnen und GastautorInnen, die recherchieren, kluge Leseempfehlungen tätigen und unseren Newsletter als Lesestoff weiterentwickeln. Wer uns bei unserem regelmäßigen Newsletter unterstützen möchte, meldet sich gerne im FG-Büro bei Yildirim.Eda@wkv.at.

Hanno Schuster hat die ersten Themen angestoßen und erklärt.

Wusstet ihr, dass...

... die deutsche Bundesregierung im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 200.000 Euro für Instagram-Influencer ausgegeben hat? Zum Vergleich: Für klassische Werbung gab allein das Bundesministerium nur für Gesundheit im gesamten letzten Jahr laut Nielsen 128,2 Millionen Euro brutto aus.

Gleichzeitig zeigt eine Studie der Universität Hohenheim, dass sich die Politik schwer tut, verständlich zu kommunizieren. Die Liste der Kommunikations-Sünden in den untersuchten Pressemitteilungen ist lang - und reicht von Fremdwörtern und Fachbegriffen, die nicht erklärt werden, über zusammengesetzte Wörter bis hin zu langen Monster- und Bandwurmsätzen. "Schachtelsätze mit 40 bis 50 Wörtern sind keine Seltenheit. Für Österreich fehlt eine solche Untersuchung leider (Aus HORIZONT).

...  das Generische Maskulinum einen Sprachenstreit ausgelöst hat?


Das generische Maskulinum abstrahiert das Geschlecht, beispielsweise:
•    jeder, der helfen will, ist willkommen (jede und jeder)
•    alle Lehrer wollen guten Unterricht machen – sowohl männliche (Lehrer) als auch weibliche (Lehrerinnen)
•    viele Bären leben in den Bergen – sowohl männliche (Bären) als auch weibliche (Bärinnen)

Der Duden macht damit jetzt Schluss. Wer auf Duden.de „Mieter“ eingibt, sieht als Wortbedeutung: „männliche Person, die etwas gemietet hat“. Aber die Kontroverse bleibt. So warnen die Gegner dieser Entscheidung vor diesem sprachpolitischen Umsturz. Die Festlegung des grammatischen Genus Maskulinum auf das natürliche Geschlecht entspreche nicht der Systematik des Deutschen, heißt es. Wenn das Wort „Mieter“ nur noch männliche Mieter bezeichne, erschwere dies auch die Bezeichnung diverser Menschen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen.

... mit „Semantischem Framing“
der Deutungsrahmen einer Faktenlage verändert werden kann? Unser Gehirn verlässt sich immer auf Frames (Bilder). In jedem Wort steckt aber mehr als das vermeintliche Gemeinte. Framing definiert das Wort im Sinne des Absenders und verankert es im Mindset des Empfängers (FlüchtlingsWELLE).
Framings widerlegen ist gar nicht so einfach. So etwa funktioniert die Widerlegung von FakeNews nur dann, wenn es dagegen ein anderes, stärkeres Frame eingesetzt werden kann.

Hanno Schuster