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Wusstet ihr, dass... (5)

Unser Fachgruppenvizeobmann Hanno Schuster hat erneut einige interessante Fakten aus der Welt der Kommunikation und des Designs zusammengetragen und diesmal auch um einige Buchtipps für die Ferienzeit ergänzt.

Wusstet ihr, dass ...
... wir viel durchschaubarer sind, als wir glauben?

Studien der Universitäten Cambridge und Stanford haben gezeigt, dass Facebook mit nur 300 Likes, die wir für Fotos, Artikel oder Videos verteilen, uns besser einschätzen kann, als unsere Ehepartner. Schon 150 Likes genügen dem Datenkonzern, um unsere Familienmitglieder in dieser „Kategorie“ zu übertrumpfen, 70 um unsere Freundinnen und zehn um unsere Kollegen zu schlagen. Mit hoher Treffsicherheit erlauben Likes auch Schlüsse auf unsere Hautfarbe, unsere sexuelle Orientierung, unsere politische Überzeugung, ja selbst auf unseren Gemütszustand. Jede noch so simple Tätigkeit im Netz legt eine Datenspur, die tief in unser Innerstes hineinführt.
Aus: Deutschlandfunk-Kultur (DF)

... Werbung für stark zuckerhaltige Lebensmittel – zumindest in Großbritannien - stark eingeschränkt wird?
Die britische Regierung hat im Juli angekündigt, ihren Kampf gegen Fettleibigkeit bei Kindern zu verschärfen und im Zuge dessen auch TV- und Online-Werbung massiv einzuschränken. So darf von 2023 an im Fernsehen zwischen 5:30 Uhr und 21:00 Uhr nicht mehr für Lebensmittel mit hohem Fett-, Salz- und Zuckergehalt geworben werden. Betroffen sind unter anderem Produkte wie Schokolade, Softdrinks, Eis, Kekse, Chips und Pizza. Bezahlte Online-Werbung für Junkfood soll laut dem britischen Gesundheitsministerium sogar ganz verboten werden. Nur die eigenen Kanäle der Marken, wie Webseiten und Social Media sind von diesem Verbot ausgenommen (dpa).

... Purpose auch zu einem bewusst in Kauf genommenen Verkaufsstopp führen kann?
Die zum Unilever-Konzern gehörende Eismarke Ben & Jerry's hat angekündigt, den Verkauf ihrer Produkte in den israelisch besetzten Palästinensergebieten einzustellen. Die Präsenz dort decke sich nicht mit den eigenen Werten, heißt es in einem Statement der Marke. Der Schritt umfasst jedoch nicht das israelische Kerngebiet. Unilever respektiert die Entscheidung, erklärte aber, "voll und ganz unserer Präsenz in Israel verpflichtet" zu bleiben.
https://www.benjerry.com/about-us/media-center/palestine-statement

... die regionale Tageszeitung weiterhin ihren festen Platz in der Mediennutzung der Menschen hat?
Das und mehr belegt die aktuelle Ausgabe der Studie "Zeitungsfacetten" von Score Media die der Vermarkter bereits zum fünften Mal aufgelegt hat. Vor allem für Werbekunden dürften die neuen Daten interessant sein. In der Studie wurde u.a. auch die Wahrnehmung von Werbung unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse: 43 Prozent der Befragten fühlen sich durch Werbung in lokalen Medien persönlicher angesprochen als durch Werbung in nationalen Medien. Mehr als einem Drittel fällt es sogar positiv auf, wenn eine große Marke in der regionalen Tageszeitung wirbt. 20 Prozent der Leserinnen und Leser schauen sich die Anzeigen ganz bewusst an, weitere 61 Prozent bestätigen, zwar nicht direkt darauf zu achten, aber immer wieder auf sie aufmerksam zu werden. Grundsätzlich bescheinigen die Befragten Werbung in der regionalen Zeitung einen hohen Nutzwert: Für 59 Prozent bietet sie eine gute Informationsquelle über Schlussverkäufe und Angebote. 43 Prozent bejahen, dadurch schon öfter auf interessante Produkte aufmerksam geworden zu sein. Mehr dazu auf:  www.https://score-media.de/

... dass Anthropozän
das neue, aktuelle Erdzeitalter meint, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen und atmosphärischen Prozesse auf unserem Planeten geworden ist?

Bücher für den Urlaub


„Sprachgewalt. Missbrauchte Wörter und andere politische Kampfbegriffe“

Mit Begriffen orientieren wir uns in der Wirklichkeit – aber was, wenn diese Begriffe selbst zu schillernden Schlagwörtern werden, die mehr Verwirrung stiften, als Klarheit bieten? Ein Sammelband nimmt solche „missbrauchten Wörter“ unter die Lupe.
Elite, Gender, Nazi, Extremismus, Kolonialismus, Fake News, Heimat, Volk – geläufige Begriffe, die man schon unzählige Male gehört und benutzt hat, und deren Bedeutung man folglich zu kennen glaubt.
Wer das Buch „Sprachgewalt“ zur Hand nimmt, riskiert, von diesem Glauben abzufallen. Denn es zeigt sich: Bei genauer Untersuchung ihres historischen und aktuellen Bedeutungsrahmens (Framing) verlieren viele Begriffe ihre scheinbare Griffigkeit.

David Ranan
Verlag Dietz
384 Seiten,
26 Euro

Greenwash, Inc

Wenn du das Werbevideo einer Supemarktkette feierst
Wirtschaft vs. Umweltschutz und Klimawandel: "Greenwash, Inc." erzählt von einem PR-Agenten, der um jeden Preis Karriere machen will – zur Not auf Kosten anderer. Gerade im Hinblick auf aktuelle politische Debatten zum Thema Greenwashing ist das Buch aktuell. Thomas schreibt im Auftrag seiner PR-Agentur für zahlungskräftige Kundinnen und Kunden sogenannte "Hope Stories" – inszenierte Image-Kampagnen, die von Umweltverbrechen und Menschenrechtsverletzungen ablenken und das Ansehen der betreffenden Firmen aufpolieren oder gar retten sollen.
Warum er das macht? Weil er alles andere für verlogen hält. Beim Duschen Wasser sparen, aber SUV fahren. Second Hand Klamotten tragen, aber alle zwei Jahre ein neues Smartphone haben wollen. Ekelhaft. Die Menschen wollen beschissen werden. Also bescheißt er sie. Er liefert dabei, was von ihm verlangt wird: die Lügen, die wir alle glauben wollen. Bis er selbst zum Opfer der eigenen Ambitionen wird. Karl Wolfgang Flender erzählt mit schmerzhafter Präzision die Geschichte eines steilen Aufstiegs – und eines rasanten charakterlichen Zerfalls.

Karl Wolfgang Flenders
Dumont Verlag,
392 Seiten,
Taschenbuchausgabe: 11 Euro,
Hardcover: 19,99 Euro,
E-Book: 8,99 Euro