Grafikdesignerin aus Rankweil holt sich den Red-Dot-Award

Um den Dialog zweier Ausstellungen begreifbar zu machen, erfand Nina Sturn (Jg. 1984) ein neues Katalogformat – und wurde prompt mit einem der renommiertesten Preise für Gestaltung und Design ausgezeichnet.

Zwei Ausstellungen sollten als Dialog miteinander verbunden werden: Werke des vorarlberg museums und Werke der privaten Sammlung „QuadrART Dornbirn“ von Erhard Witzel. „Ich wollte die Hierarchie auflösen und beide Ausstellungen auf dieselbe Stufe stellen“, erklärt Nina Sturn, die seit neun Jahren als selbstständige Grafikerin arbeitet. Das Ergebnis sind zwei gleichwertige Broschüren die miteinander als Einheit verbunden sind.

Technische Herausforderung
Eine Hürde war die technische Umsetzung: „Ich habe einige Buchbinder kontaktiert, aber die Handarbeit für die Bindung hätte unser knappes Budget gesprengt“, erinnert sich Nina Sturn, „aber ich wollte diese doppelte Fadenbindung auf jeden Fall.“ Also setzte sie sich mit ihrem Partner, Nadel und Faden an den Tisch, und gemeinsam wurden die 200 Exemplare in einer Wochenendschicht gefertigt.

Begeisterte Auftraggeber
Das Ergebnis war preisverdächtig. „Ich wusste, dass bei dieser Arbeit alles stimmt. Es fühlte sich einfach richtig an: Aufbau, Gestaltung, Ausführung.“ Auch die Auftraggeber waren restlos begeistert. Das gab den Ausschlag, die Arbeit beim Red Dot Award einzureichen: 24 Experten nahmen die eingereichten Arbeiten aus 50 Nationen unter die Lupe und vergaben das Red-Dot-Siegel an Nina Sturn für „Dialog 01: Vom Zeigen und Verbergen“. Am 27. Oktober geht es zur Red Dot Gala nach Berlin, wo Nina Sturn den begehrten Preis persönlich entgegennehmen wird. Und was wünscht sich die junge Designerin für die Zukunft? „Bücher gestalten!“, sagt Nina Sturn sofort, „das ist meine Leidenschaft.“

Nina Sturn
Jahrgang 1984
Grafikdesignerin in Rankweil

www.ninasturn.com