Interview des Monats

Johannes Moser (Jg. 1984) ist einer der Mitbegründer des „Umma Hüsla“-Hackathon sowie der „Plattform für digitale Initiativen“ und Mitorganisator diverser Veranstaltungen im digitalen Bereich wie „GameJams“. Er zeigt auf, wie junge Wilde aus Vorarlberg Produkte und Lösungen für die Welt entwickeln und das Feuer der Digitalisierung im Ländle verbreiten.

Wie kam es zur Gründung der „Digitalen Initiativen“?
Johannes Moser: „Als ich von Wien retour ins Ländle gezogen bin gab es eine kleine, feine Community die sich regelmäßig getroffen hat. Gemeinsam mit Guntram Bechtold und Christoph Klocker organisierte ich den ersten „Umma Hüsla Hackathon“, an dem 40 Leute teilnahmen. Daraus gründeten wir 2015 einen Verein und wuchsen rasch auf 15 Leute, die mitorganisierten. Für den Umma hüsla Hackathon 2018 besteht unser Team aus 30 Mitstreitern. Beim zweiten Hackathon waren bereits 120 Teilnehmer, beim dritten 180 Personen dabei. Nächstes Jahr wird er am Bodensee veranstaltet. Die Digitalisierung muss beim Menschen beginnen. Es ist ein großes Thema, das uns alle beeinflussen wird und wir daher positiv mitgestalten wollen. Wir wollen mit den Digitalen Initiativen an die nationale und internationale Community andocken und eine elektrisierende Atmosphäre ermöglichen, bei der etwas geschaffen wird. Networking, Inspiration, Austausch.“

Für dieses Ziel werden unterschiedlichste Angebote organisiert?
Johannes Moser: „Ja, RailsGirls zum Beispiel ist ein internationales Format in dem Frauen das Programmieren näher gebracht wird und wir ebenfalls anbieten. Frauen sind oft eine Randgruppe in der Technik, das sollte sich ändern. Der Job des Programmierers ist bunt und es handelt sich nicht um Nerds, die im Keller vor sich hinprogrammieren. Wir zeigen anhand der Möglichkeiten in diversen Teams mitzuarbeiten viele Chancen auf. Auch „GameJams“, bei denen Schüler und Studenten unsere Zielgruppe sind, sollen abseits des Schulalltags spielerisch ermöglichen, die Herausforderung der Digitalisierung anzunehmen. In Vorarlberg gibt es leider noch keine Szene von Spielentwicklern.

Es ist auch etwas Neues in petto?

Johannes Moser: "2018 planen wir gemeinsam mit der startup stube der FH Vorarlberg und dem Urban Village das so genannte Steinbock Programm. Dabei geht es darum, sich in der Produktentwicklung weiterzubilden um den Schritt zum eigenen Unternehmen im digital kreativen Bereich zu wagen. Steinbock positioniert sich zwischen Hackathon und Unternehmensgründung, baut die Hürden zur Technik ab, vernetzt Teilnehmer untereinander, aber auch mit der Wirtschaft und zeigt Möglichkeiten auf. Prinzipiell gilt es, den Funken der Digitalisierung in möglichst vielen Menschen zu wecken. Die Digitalisierung kann nur funktionieren, wenn sie von den einzelnen Mitarbeitern mitgetragen wird.“

Ihr Engagement bei Hackathon und Co. ist ehrenamtlich, was ist Ihr Brotberuf?
Johannes Moser: „Im Start-up Crate.io arbeite ich als Mitarbeiter im Produktmanagement. Wir entwickeln eine hochskalierende Datenbanksoftware die dort zum Einsatz kommt wo riesige Datenmengen generiert werden, mit denen gleich gearbeitet werden soll. Zum Beispiel in der Industrie 4.0 oder bei Startups die die Möglichkeiten der Technik ausloten.“

Ihre Wünsche bezüglich der Digitalisierung in Vorarlberg lauten?
Johannes Moser: „Ich denke es gibt in Bezug auf die Digitalisierung von öffentlicher Seite viele Versäumnisse, der Zug geht außerhalb des Landes enorm ab. Die „digitalen Initiativen“ gehen weiter als viele andere und bieten konkrete Angebote, bei denen Digitalisierung erleb- und greifbar wird. Die Chancen und Möglichkeiten die uns die digitalisierte Welt eröffnen, sind riesig. Alles was wir im Mutterschiff (Open Lab, Gelbe Fabrik, Dornbirn) machen, ist einfach und günstig zu erhalten sowie leicht verfügbar. Man kann sich selber eine Drohne bauen und programmieren, so entsteht Innovation. Die Digitalisierung findet mit oder ohne uns statt. Es liegt an uns diese mitzugestalten und sie zum Positiven zu entwickeln.“

Danke für das Gespräch!

Mehr zum nächsten Hackathon sowie das neue Projekt  steinbock.io