Interview des Monats

Der Bregenzer Roland Maria Reininger (Jg. 1979) hat nach dem Design-Studium am FH-Joanneum in Graz 2005 zuerst in Graz, dann seit 2009 im Ländle gearbeitet und war bis 2013 Produktdesigner bei der ALPLA. Nach enger Zusammenarbeit mit Fotograf Werner Branz unternahm er 2014 den Schritt in die Selbstständigkeit, zuerst als "RLAND", seit Ende 2015 firmiert er als "AgenturRosa".

Sie sind das „Ro“ im Agenturnamen „ROSA“ - wie kam es zur Gründung?

R. Reininger: "Da muss ich vor allem meinem guten Freund Flo danken! Er ist mit mir 2009 wegen unserer Rockband KIN ins Ländle gezogen und seit 2013 mit Sarah Mistura zusammen - so lernte ich Sarah kennen und lieben. Zu diesem Zeitpunkt studierte Sarah noch und ich wurstelte mich alleine durch den noch beschwerlichen Beginn der Selbstständigkeit. Nach Abschluss von Sarah's Studiums war schnell sonnenklar: wir müssen gemeinsame Sache machen. Und so wurde Ende 2015, ganz nach dem Motto "das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile", aus ROland und SArah ganz einfach Rosa. Uns ist klar, dass wir mit "AgenturRosa" ein
bisschen nach homosexueller Partnervermittlungsstelle klingen, aber das ist uns nicht nur egal, sondern auch fast recht. Der Name kommt offensichtlich gut an. ;-) Meine Leidenschaft und Berufung zur Gestaltung und Fotografie und Sarah's Liebe zu Film und Kunst und unsere Sichtweisen darüber ergänzen und widersprechen (!) sich perfekt - und das macht uns vermutlich auch aus: gerade unsere Gemeinsamkeiten und Gegensätze erzeugen eine interessante Energie: wer uns schon einmal live erlebt hat, weiß was ich meine."

Bewegtbildkommunikation boomt enorm, war das ein Grund vor allem diesen Geschäftsbereich anzustreben?

R. Reininger: "Eigentlich spezialisieren wir uns nicht auf eine Sparte: Gestaltung von Kommunikation im Allgemeinen ist unser Zuhause. Da sich aber natürlich vieles mit (Bewegt-/Stand-)Bildern ausdrücken lässt, sich dies mit unseren Leidenschaften deckt und es auch tatsächlich ein wachsendes menschliches Bedürfnis zu sein scheint, fühlen wir uns sehr wohl und richtig in "diesem Geschäftsbereich".  Uns visuellen Wesen wird das realistische oder grafische "Bild" für unsere Kommunikation immer wichtig sein: mit ihm kann man Momente und Zeitspannen festhalten, wiedergeben und erschaffen, Emotionen transportieren und auslösen, ohne Worte benutzen zu müssen. Ich habe Design aber nicht studiert, weil es ein lukrativer Geschäftsbereich sein könnte, sondern weil ich mich einfach dafür berufen fühle. "

Was würden Sie anderen Gründern für Tipps mit auf den Weg geben?

R. Reininger: "Viel Erfahrung bezüglich Gründung habe ich eigentlich nicht (wir haben ja auch noch kein echtes gemeinsames Unternehmen, sondern machen als EPU's unter diesem Synonym gemeinsame Projekte)... aber ganz bestimmt ist eben diese Berufung und Leidenschaft wohl das zentrale Lebenselixier bei Selbstständigen/Gründern - ohne das geht nicht viel. Gleich danach kommt Durchhaltevermögen. Denn alles braucht seine Zeit... Nicht minder wichtig das Sozialleben, real und virtuell: Sarah und ich haben auch bei "C hoch 3" viele gute Bekanntschaften geschlossen, wichtige Erfahrungen gemacht und einiges über das Business gelernt. Relevante Veranstaltungen im designforum sind nicht nur interessant sondern auch ein Socialising-Muss!  Und schlussendlich ist mein Motto: DO IT! Das sagte ich mir damals nach langem Überlegen, ob ich die Sicherheit einer guten Anstellung aufgeben sollte  und bereue es bis heute keine Sekunde."