Hoffnungsstreifen am Horizont

Dieter Heidegger (Jg. 1972) war viele Jahre im Marketingbereich großer Unternehmen (Bäumler-Gruppe, Yves Saint Laurent, Claude Montana) tätig bevor er 2004 sein Unternehmen mshh Marketing Support gründete. Ein großer Bereich von Dieter Heidegger ist das Eventmarketing, das von der Corona-Situation schwer getroffen wurde.

Wie sieht es bei den von Ihnen betreuten Veranstaltungen im Jahr 2021 aus?

Dieter Heidegger: Die 3-G-Regel wird absehbar der einzige Weg sein, wie wir zahlreiche Veranstaltungen gut über die Bühne bringen. Der Sparkasse 3-Länder Marathon zählt wohl zu den größten Veranstaltungen die ich begleiten darf. Wir haben dafür bereits 2020 ein ausgeklügeltes Präventionskonzept entwickelt und hoffen, dass er heuer am 10. Oktober 2021 stattfinden wird. Die Anmeldungen sprechen bereits eine erfreuliche und deutliche Sprache. Das ist auch ein wichtiges Signal für den Herbsttourismus, der wohl an Bedeutung gewinnen wird: Der 3-Länder Marathon sorgt in der Regel für volle Hotels. Ein zweiter Großevent ist der Highlander-Radmarathon - heuer am 8. August 2021 – auch hier warten wir die Öffnungsschritte ab. Sobald diese publiziert sind, starten wir weitere organisatorische Schritte für Rahmenprogramm und Co. Das Vorarlberger Mundart-Festival „alls dialekt“ sollte im November stattfinden. Ich betreue auch das Varieté am Bodensee, das ebenfalls im Herbst über die Bühne gehen sollte.

Ein erstes Festival konnte bereits erfolgreich abgehalten werden?

Dieter Heidegger: Im Kulturbereich konnten wir erfreulicherweise das Figurentheaterfestival Homunculus bereits im Mai als erstes österreichisches Festival durchführen. Der Mai war einer jener Monate in denen fast wie früher gearbeitet werden konnte – wenn auch mit etwas angezogener Handbremse. Es machte großen Spaß Homunculus zu veranstalten – die Künstler, die teilweise seit 1,5 Jahren kein Engagement und keinen Auftritt mehr hatten, waren euphorisch und in Bestform. Das Festival war ein wichtiges Signal für die Kulturszene wie auch die Sponsoren. Auch bei Wucher Helikopter ist spürbar, dass Partner wieder in den Startlöchern stehen und viele Projekte wieder durchführbar sind. Wir können nicht von 0 auf 100 beschleunigen, sondern müssen uns in kleineren und größeren Schritten wieder an Großevents herantasten. Wir sind sehr guter Dinge, dass wir das „Varieté am Bodensee“ über die Bühne bringen. Wir beurteilen die Lage immer wieder wie die offiziellen Öffnungsschritte aussehen und wir in fast gewohntem Umfang unsere Events durchziehen

Sie sind halbwegs „glimpflich“ durch die Krise gekommen?

Dieter Heidegger: Ja. Mir hat geholfen, dass ich auf vielen Standbeinen stehe. Wenn einmal ein Bein lahmt, falle ich nicht um – das hat sich in den vergangenen 1,5 Jahren besonders bewährt. Ich habe auch klassische Kunden, die nicht mit Events zu tun haben, hier ging die Arbeit unvermindert weiter. Im Gegenteil - einige nahmen sich sogar die Zeit, sich Gedanken zu machen und Optimierungen zu entwickeln oder Neues anzudenken. Auch weitere kleine und größere Firmen aus der Genussmittelindustrie setzen auf meine Beratung, mein Coaching oder meine Umsetzung. Ich war einer der ersten COVID 19-Beauftragten im Land und es gehört jetzt noch zu meiner täglichen Routine, die Lockerungs- und Öffnungsverordnungen zu studieren und mir einen Reim darauf zu machen. Ich wünsche meinen Kolleg:innen in der Kreativbranche jedenfalls ein gutes Durchstarten – wir brauchen uns alle gegenseitig!

Danke für das Gespräch!

Andrea Fritz-Pinggera