„Innovation kennt keinen Lockdown“

Chris Gaethke (Jg. 1980) war nach seinem Studium in Magdeburg als Freelance Designer u.a. für ein Berliner Medizin-Startup tätig bevor es ihn zu einer renommierten Industrie- und Produktdesign-Agentur nach Vorarlberg zog. Nach 5 Jahren als Senior Product Designer und Team Lead gründete er 2015 seine eigenes Designstudio PROJECTONE wo er nun als Industrie- und Produktdesigner als starker Partner der Wirtschaft fungiert.

Was ist deine Expertise?
Chris Gaethke: Meine Expertise ist die technische Umsetzung und Erstellung von Designkonzepten und Produktvisionen. Meine jahrelange Tätigkeit als technischer Designer und Entwickler und dem anschließenden Studium als Produktdesigner geben mir die Möglichkeit die Produkte meiner Kunden aus wirtschaftlichen und ästhetischen Gesichtspunkten zu bewerten und und neu zu gestalten. Ich leiste neben Service Design auch UI/UX-Design – auch gemeinsam mit Partnern wie Webulos u.a. - sowie Grafikdesign, Branding und Fotografie. Zur Ideenfindung biete ich gemäß meinem Motto „We launch your vision“ auch Design Thinking und Innovation Workshops an.

Wer sind aktuell deine Kunden ?
Chris Gaethke: Aktuell arbeite ich mit verschiedenen Startups, mittelständischen Unternehmen aus Vorarlberg und in der DACH Region zusammen. Ich designe auch für große Maschinenbauunternehmen für die ich zudem schon international - z.B. in Shenzhen und Peking (China) - tätig war. Zu meinen Vorarlberger Kunden zählen Doppelmayr, Omicron, Sola etc.

Dein Motto lautet – „Innovation kennt keinen Lockdown“ - was dürfen wir uns darunter vorstellen?
Chris Gaethke: Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, Krisen und dem Technologiewandel ist es aus meiner Sicht wichtig die Sache objektiv zu betrachten, zu bewerten und konkret zu handeln. In dem Fall sich neu aufzustellen, Bestehendes in Frage zu stellen und sich zu fokussieren. Das ist aus meiner Sicht der Schlüssel für Unternehmen sich zukunfts- und vor allem wettbewerbsfähig zu halten und robust aus Krisen hervorzugehen. Hierbei helfe ich Unternehmen als externer Innovationsberater und Designer, deren Produkte zu optimieren und einen entsprechenden Mehrwert für ihre Kunden zu schaffen.

Gibt es einen Traumauftraggeber, für den du gerne tätig wärst?
Chris Gaethke: Es gibt eigentlich eher Traumprojekte bzw. Produkte die ich evtl. gerne mal gestalten würde oder gerne Teil des Prozesses sein würde. Das kann sehr vielfältig sein, von einem einfachen, nachhaltig produzierten Möbelstück bis hin zur Elektromobilität. Die Welt nachhaltig zu verändern wäre meine Vision. Hierfür könnte ich mir vorstellen in naher Zukunft ein eigenes Startup zu gründen und weiterhin Unternehmen dabei zu unterstützen. Ich bin als Zugezogener auch nach 10 Jahren noch erstaunt, wieviele Weltmarktführer und spannende Firmen es in Vorarlberg gibt. Ich würde es begrüßen, wenn diese Unternehmen mit Startups noch besser zusammenarbeiten. Die kurzen Wege im Land ermöglichen dies – Know How muss nicht von weit weg geholt werden. Es gilt, die Wertschöpfung im Land zu halten. Die Zusammenarbeit zwischen arrivierten Unternehmern und Startups hat großes Potenzial.

Wo geht der Designtrend deiner Meinung nach hin?
Chris Gaethke: Die Menschen wünschen sich zunehmend nachhaltige und ehrliche Produkte. Nach dem Bonmot „Gutes Design ist, wenn man nichts mehr weglassen kann“ sehe ich einen Trend in diese Richtung. Auf Überflüssiges wird verzichtet, klare, pure Designs sind stärker gefragt. Ein wichtiger Aspekt ist, Ressourcen zu schonen und nachhaltiger zu wirtschaften - daher kommen immer mehr alternative Materialien zum Zug. Ein weiteres Beispiel: Im Maschinenbau wird der Eco-Modus bei dem ungebrauchte Teile sich automatisch abschalten verstärkt eingebaut. Eine noch bessere Vernetzung unterschiedlicher Disziplinen ist für eine nachhaltigere Zukunft wünschenswert.

Mehr über Chris Gaethke und seine Tätigkeit die er von der "Schlosserei" in Dornbirn aus ausübt auf www.projectone.co.at