Interview des Monats

Mag. Christian Tuerr (43) ist Geschäftsführer und Art-Director Multimedia bei Team a5, Illustrator, Trickfilmer, 3D-Animateur und FH-Dozent.

Gratulation zur Nominierung des SUPERKURZFILM beim Staatspreis! Was bedeutet dies für Sie?

Christian Tuerr: „Mit der Staatspreisnominierung wird diese Form der Werbung salonfähig. Die kreative Kombination von Zeichentrick und Animation zum Kurzfilm macht aus Produkten und Produktionsprozessen, aus Bedienungsanleitungen und technischen Neuerungen, medizinischen Zusammenhängen oder Dienstleistungen kleine merkbare Geschichten. Zahlreiche Preise in den letzten Jahren (vinum et litterae, Ad Win, E-videoaward, Staatspreisnominierungen) motivieren uns weiter nach neuen bewegten gestalterischen Lösungen zu suchen.“

Ihr ganz und gar nicht geradliniger Lebenslauf birgt einige Überraschungen?

Christian Tuerr: „Nach der Matura machte ich die Ausbildung zum Hafner, welche mich dank der Lust am Formen unmittelbar zur Bildhauerei führte. Nach abgeschlossenem Studium gründete ich das Projekt der „Portraitgartenzwerge auf Bestellung“ (Habszwurg) und wechselte schließlich 1998 in die digitale Welt. Ich habe immer bunt und karikaturhaft modelliert, dies ergab eine logische Fortsetzung im Digitalen. Mit dem Rechner kann ich umsetzen, was mir in den Sinn kommt.

Ich habe keine Grenzen und switche zwischen Zeichnen und Technik wie Highend-3-D Animation hin und her. Ich entwickelte für Fernsehen, Film und Werbung viele Projekte, darunter zahlreiche Pilotfilme für Kinderserien und ein animiertes Erwachsenenformat (Donnerstag Nacht) für den ORF. Die in Wien erlernte Materialästhetik setze ich seit 2007 wieder in Vorarlberg ein.“

Warum kehrten Sie ins Land zurück?

Christian Tuerr: „Meine Frau sah in Vorarlberg ihre berufliche Zukunft, so kehrten wir zurück. Im High-End-3D-Bereich gab es hierzulande eigentlich nicht viele Anbieter. Es war sehr konzentriert auf Industrieanwendungen. Vorarlberger Unternehmen ließen ihre Filme teilweise in halb Europa fertigen. Früher war Film gleich Fernsehen. Der Aufbruch und Wandel erfolgte mit der Contentproduktion für Onlineplattformen. Es gelang mir daher rasch, Fuß zu fassen. Die ersten animierter Onlineclips auf vol.at hatten enorme Resonanz. Ich produzierte danach 20 Folgen des Formates vol.arlberger.“

Wie erfolgte der Einstieg ins Team a5?

Christian Tuerr: „Über die erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich Animation begann unsere engere Kooperation. Ich führe auch Illustrationen durch und habe mich konzeptionell, mit Text und Idee eingebracht. Aus der jahrelangen erfolgreichen Zusammenarbeit resultierte schließlich eine Partnerschaft im Jahr 2010.“

Was ist die Philosophie Eurer Agentur?

Christian Tuerr: „Für den zu transportierenden Inhalt wühlen wir in unserer prall gefüllten Werkzeugkiste und wählen die geeigneten Mittel und Kanäle um dem Kunden zum Erfolg zu verhelfen. Das funktioniert meist sehr gut, erfordert manchmal allerdings auch mutige Auftraggeber. Botschaften zu platzieren wird immer komplexer, die Zielgruppen werden immer spezieller, die Endausgabegeräte immer vielfältiger. Früher hat man Folder produziert, heute Filme fürs Smartphones und vieles mehr. Ich denke unsere Stärke ist die exzellente Aufbereitung von Content. Man muss in vielen Disziplinen gute Ideen haben und diese bis zum Endprodukt umsetzen. Zudem verlangt unser Beruf ständige Weiterbildung. Man muss immer dranbleiben – und das tun wir!“