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Interview des Monats

Der ausgezeichnete Illustrator Klaus Österle ist Art Director der Feldkircher Agentur "Zeughaus" und beteiligt am jüngsten Erfolg der Kreativagentur, die beim AdWin für ein Messe-Mailing, eine Bildungs-App sowie das Design des Poolbar-Festivals insgesamt drei Preise abstaubte.

Herr Österle, Zeughaus hat beim AdWin toll abgeräumt, war das überraschend? Wie hoch ist der Aufwand für die Einreichung?
Wir waren heuer neun Mal nominiert und haben drei Adwins gewonnen, dementsprechend haben wir auch einiges an Projekten eingereicht. Und ja, natürlich sind wir mit dem Ergebnis zufrieden.
Größere bzw. ganz spannende Projekte werden bei uns immer gleich fürs Web dokumentiert, ein gewisser Teil der Arbeit ist also vorab schon gemacht. Trotzdem ist die Adwin-Einreichung schon sehr zeitintensiv: alle Arbeiten diskutieren und auswählen, Fotos fertigen, Belegexemplare zusammenstellen, Charts aufbereiten und das während des normalen Tagesgeschäftes. Aber wenn man dann das Ergebnis betrachtet sind wir schon sehr stolz darauf ein Team zu haben, mit dem gemeinsam so viel gute Projekte entstehen können.

Wie hält Zeughaus es mit Pitches? Wird teilgenommen, auch wenn kein Abschlagshonorar in Aussicht gestellt ist?
Schade, dass es diese Frage noch gibt. Ein ganz klares Nein zu Gratispräsentationen. Eine minimale Wertschätzung der Agentur gegenüber muss einfach gegeben sein, mehr ist es ohnehin nicht, denn ein Pitch bedeutet jedes Mal immens viel Arbeit. 100 Stunden sind da schnell aufgebraucht, schließlich wird ja ein fertig durchdachtes und gestaltetes Konzept ausgearbeitet und präsentiert. Diese Arbeit kann und darf nicht gratis sein. Wir sind überhaupt sehr vorsichtig bei Wettbewerben geworden, oft sind die Ausschreibungen schon mangelhaft, von einer kompetenten Jury ganz zu schweigen, was das Ganze allzu oft zu einer Lotterie verkommen lässt. Ich finde, dass ein persönliches Gespräch schon oft reichen würde um zu entscheiden, ob ich mit dieser Agentur zusammenarbeiten will. Das gibt es bei uns gratis, samt Kaffee dazu.

Wo liegen Eure Schwerpunkte als Agentur? Gibt es eine Verlagerung und Konzentration in einen bestimmten Bereich?
Alle von uns kommen aus dem Design. Das merkt man auch in unserem Alltag. Unser Team ist Fifty-fifty klassisches Grafikdesign und Web, was einen guten interdisziplinären Mix ergibt. Und so kommen im Kreativprozess auch ganz unterschiedliche Sichtpunkte ins Blickfeld und aus einem Plakat wird am Schluss eine Google-Kampagne – und umgekehrt. Wir haben keine Angst vor neuen Tools und Möglichkeiten und wollen nicht zweimal dasselbe machen.

Danke für das Gespräch!