Interview des Monats

Seit 5. September hat die seit acht Jahren in Vorarlberg tätige Journalistin Heidrun Joachim die Chefredaktion der NEUE Vorarlberger Tageszeitung inne. Die Journalistik-Absolventin der Universität Leipzig war zuvor u.a. in der Wirtschaftsredaktion des Magazins Echo tätig, lebt in Höchst und spricht über geplante Neuerungen im redaktionellen Teil der NEUE.

Frau Joachim, viele Zeitungen verlieren Leserzahlen, die NEUE/NEUE am Sonntag bleibt stabil und punktet sogar mit leichten Steigerungen?
Heidrun Joachim: „Ja, die stabile Reichweitenentwicklung der NEUE ist erfreulich. Impulse für die NamS sind gegeben und in Umsetzung. 2014 startet eine Digital-Offensive mit Apps.“

Das Redaktionskonzept wird derzeit sachte modifiziert, mit welchen Neuerungen  dürfen die Leser rechnen?
Heidrun Joachim: „Nun, reagierend auf die neuen Anforderungen an Printmedien haben das Team und ich gemeinsam zunächst ein Konzept erarbeitet und dokumentiert, was wir den Lesern bieten wollen, was von der Zeitung erwartet wird. Inzwischen sind wir an der Umsetzung der ersten Schritte. Printmedien sind heuer nicht mehr vorrangig Nachrichtenübermittler, verbreitet werden müssen Ideen über Geschichten. Wir setzen dabei auf Themen aus der Wirtschaft und natürlich auf die Geschichten, die die Menschen im Land vorstellen, ihre Leistungen zeigen. Deren Geschichten sollen aber auch anderen Mut machen. Natürlich wird auch weiterhin die Chronistenpflicht erfüllt, aber Vorrang haben Hintergrundgeschichten. Verstärkt werden wir die Leser mitreden lassen.“

Andere denken bereits an die Pension, Sie haben 58jährig eine neue Herausforderung angenommen. Was sind Ihre persönlichen Ziele?
Heidrun Joachim: „Ja, an die Pension hatte ich auch schon gedacht. Aber wie es so ist im Leben: Unverhofft kommt oft. Eigentlich hatte ich meine Karriereplanung tatsächlich abgeschlossen. Aber irgendwie hat es doch den Ehrgeiz gekitzelt, im Job, der für mich ein Traumberuf ist, noch einmal Gas zu geben. Als ich gefragt worden bin, ob ich mich der Verantwortung stellen will, hab ich gezögert. Schaffe ich das, habe ich noch die Energie? Meine Familie hat mich nahezu genötigt, "ja" zu sagen. Ich glaube, denen wäre ich zu Hause ein zu unruhiger Geist gewesen. Zudem habe ich das Angebot  als Vertrauen in mein Können betrachtet. Und mal ehrlich, wen packt da nicht der Ehrgeiz…. Außerdem: Die Arbeitswelt hat sich verändert, die Alten mit ihren Erfahrungen sind in modernen Unternehmen wieder gefragt, ebenso wie jugendliche Heißsporne. Ich denke, wenn sich beides vereint, dann kann  ein gutes Ergebnis erreicht werden. Und das ist auch mein Ziel: Gemeinsam mit einem motivierten Team der NEUE und der NEUE am Sonntag zu neuem Glanz zu verhelfen. Eine lesbare, gute Zeitung für kluge Leser anzubieten und gleichzeitig auch die Information  Unterhaltung nicht zu kurz kommen zu lassen.“

Redaktion: Vielen Dank für die offenen Worte!