Interview des Monats

Georg Burtscher ist seit Mai 2011 Geschäftsführer von Russmedia Digital (VOL.AT, Ländleimmo, Ländlejob, impuls360). Er referierte kürzlich bei den „Digitalen Perspektiven“ und skizzierte für uns seine persönlichen Onlinetrends für 2014.

Wie sieht für Sie der internationale Trend bei Werbung und PR aus?

Georg Burtscher: „Für mich gibt es derzeit drei große Trends:

1. Mobile - die Entwicklung und die Reichweite von mobilen Endgeräten steigt täglich an. Jetzt liegt es an den Unternehmen und Agenturen - auch den lokalen - diese Möglichkeiten endgültig in die Werbeplanungen zu übernehmen und diese Zielgruppen zu Erschließen. Innovative Werbemöglichkeiten gibt es schon länger.

2. Native Advertising - grundsätzlich schon ein alter Hut aber durch nützlichen Content und „native“ Einbindungen kann man sein Produkt oder Unternehmen perfekt transportieren - gehört in jeden Mediaplan und auch wir haben in den letzten Wochen einige neue Produkte diesbezüglich ausgerollt - für Web und mobile.

3. BIG DISPLAY mit interaktiven Elementen - die Displaywerbemittel werden immer größer, dafür gibt es weniger Plätze auf den Websiten. Diese neuen Formen ermöglichen es mehr Emotionen und Botschaften zu transportieren als die klassischen, kleineren Werbeformen. Diesen Trend gibt es schon seit 2012, u.a. über Formate wie das Billboard, Portrait Ad oder das Cascade Ad - die wir auch auf unseren Portalen anbieten. Interaktive Elemente gehören hier fast schon zu den Basics inkl. Schnittstellen wie z.B. das von uns kreierte Billboard der Silvretta Montafon auf wetter.vol.at - große Werbefläche mit automatisieren Daten wie aktuellen Videos, Live-Wetter und Schneedaten direkt aus dem Skigebiet. Aber auch Gamificationbanner animieren die User zum direkten Kontakt mit der Marke und der Botschaft in einer interaktiven Weise wie man sie sonst nur von Spielen kennt.“

Hat Facebook für Vorarlberger Werber überhaupt Bedeutung?

Georg Burtscher: „Facebook als klassischen Werbekanal zu sehen find ich falsch. Eric Schmidt von Google sagte so schön: „In sozialen Netzwerken will man kommunizieren und keine Kühlschränke kaufen“. Um Facebook wirklich für seine Zwecke nutzen zu können muss man sehr viel Geld und Zeit investieren - Komponenten die KMUs oft nicht haben. Einfach nur eine Seite zu eröffnen und präsent zu sein bringt noch keinen Euro. Viele Unternehmen haben mittlerweile festgestellt dass sie nur wegen einer Facebookseite mit tausenden Fans keinen Euro mehr verdient haben oder ein Produkt mehr verkauft haben - im Gegenteil, sie haben nur Kosten gehabt. Es als Kommunikationstool zu nutzen macht eher sinn, aber nur wenn man es selbst betreut und auch live mit seinen „ Freunden“ kommunizieren kann. Ob man Facebook für sein Unternehmen nutzen kann muss jeder selbst entscheiden, es gibt auch Branchen die durchaus darauf verzichten können. Auch Google ist nicht immer der richtige Weg, auch wenn es verlockend klingt. Der erneute Downgrade der Unternehmenspostings auf Facebook sorgt nun noch mehr dafür das man etliche Euro in die Hand nehmen muss damit die eigenen Fans die Postings überhaupt noch jemand sieht. Auch muss man klar darlegen dass Facebook zB. in den USA mittlerweile User verliert und auch bei uns immer mehr User inaktiv sind. Neue Apps wie WhatsApp oder Snapchat haben in Facebook & Co. mittlerweile in einigen Punkten den Rang abgelaufen. Fragen Sie ihre Kinder wann sie das letzte Mal auf Facebook waren oder wie sie mit ihren Freunden kommunizieren?“

Wohin geht die Reise im Vorarlberger Online-Werbemarkt?

Georg Burtscher: „Ich habe zwar keine Glaskugel und im digitalen Markt kann sich sekündlich alles ändern aber ich denke das die Reise 2014 klar in die oben genannten (Mobile, Native, Interaktive Banner) Richtungen geht. Wir spüren, dass immer mehr Unternehmen unterschiedlichster Größe sowie Agenturen unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen und ihre Budgets nach dem neuen Konsumentenverhalten umlagern. Was immer wichtiger ist, ist die kompetente Beratung und Betreuung, denn nicht jeder Kanal macht für jede Kampagne Sinn. Hier sind wir gefordert und stellen gerne unser Know how zur Verfügung um das Kundenziel mit den vielfältigen Möglichkeiten des Webs zu erreichen.“