Interview des Monats

Die akademische Tourismusmanagerin Birgit Dünser (Jg. 1968) ist seit 2001 bei Bodensee-Vorarlberg Tourismus beschäftigt und seit 2010 Geschäftsführerin. Bodensee-Vorarlberg-Tourismus absolviert einen spannenden Evaluierungsprozess bei dem auch der Markenauftritt neu gestaltet wurde.

Bodensee Vorarlberg Tourismus hat einen Markenprozess gestartet, warum und mit wem?
Birgit Dünser: Wir hatten 2010-2011 einen Evaluierungsprozess, bei dem verschiedenste Punkte wie Marketingprozesse, Destinations- und Humanressourcen, Strukturen und Strategien in unserer Destination sowie auch in unserem Unternehmen beleuchtet wurden. Die Evaluierung führten wir im Rahmen unserer Mitgliedschaft beim DMMA (Destinations Management Monitor Austria – ein Zusammenschluss österreichischer Destinationen) durch. Die Ergebnisse für Bodensee-Vorarlberg waren sehr unterschiedlich. Vor allem im Bereich der Markenidentifikation bzw. Markenbewusstsein - bei Gästen und bei der Bevölkerung - zeigte sich Handlungsbedarf. Dies setzte den Startpunkt: 2011 – 2012 erarbeiteten wir in einem sehr breit angelegten Markenprozess unsere Markenwerte, sowie die Markenvision und -mission. Bei diesem Prozess arbeiteten an die 100 Personen aus Tourismus, Kultur, Politik und Wirtschaft mit. Begleitet wurden wir hiebei von Franz Schmidt. 2012 präsentierten wir auf der Jahreshauptversammlung die Ergebnisse.

Was resultierten daraus für Maßnahmen?
Birgit Dünser: Danach ging es dann um die Umsetzung – die Markenwirklichkeit: Es folgte eine Umstellung in Konzeption und Darstellung unserer gesamten Kommunikationsmittel. Hier fungiert „Super – Büro für Gestaltung“ als kompetenter Begleiter. Die Umsetzung erfolgte bereits bei den Broschüren und sowie bei sämtlichen Bürokommunikationsmitteln (digital und analog). Die ersten Schritte für die Neukonzeption unserer Website wurden bereits gesetzt. 

Was sind nächste bemerkenswerte Projekte?

Birgit Dünser: Wir initiierten das Projekt „Erlebnisraumgestaltung“: Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Feldkirch und Hard sind dabei unsere Partner. Es gibt einen Wettbewerb mit verschiedenen Aufgabenstellungen in genau definierten Arealen dieser Kommunen. Jeder Gemeinde sind drei Teams zugewiesen (Studententeam, regionales- und internationales Team), die jeweils einen Vorschlag erarbeiten. Beim VLOW!Award im Oktober werden dann diese drei Vorschläge pro Kommune öffentlich präsentiert und juriert. Da dies auch ein Realisierungswettbewerb ist, sollte das Siegerprojekt schließlich auch umgesetzt werden!