Interview des Monats

Mag. Isabella Natter-Spets (Jg. 1973) ist zweifache Mutter, hat internationale Wirtschaftswissenschaften studiert, war österreichweit in renommierten Unternehmen und Institutionen im Bereich Werbung und Marketing tätig und leitet seit September 2010 das designforum Vorarlberg.

Welchen Nutzen haben Kreative vom designforum?

Isabella Natter-Spets: Wir verstehen uns als Dialog-, Präsentations- und Vernetzungsplattform für Design und designnahe Disziplinen. Für Gestalterinnen und Gestalter ist das designforum ein Ort um sich Inspirationen zu holen, sich zu vernetzen, zu diskutieren, zu lernen. Wichtig ist uns dabei, nicht nur innerhalb der Disziplin zu vernetzen, sondern insbesondere auch mit potenziellen AuftraggeberInnen – etwa Unternehmen aus Industrie und Gewerbe. Dazu gibt es spezielle Formate – etwa den DesignDialog, einem öffentlich geführten Dialog, bei dem Unternehmer und Designer gemeinsam Einblicke in ihre gemeinsame Arbeit geben. Mit Grafik- und Produktdesign-Ausstellungen wie zuletzt etwa die „100 beste Plakate. Deutschland Österreich Schweiz“, der Ausstellung zum Staatspreis Design oder thematischen Ausstellungen wie etwa „Werkzeuge für die Designrevolution“, unseren regelmäßigen Pecha Kucha-Nights (27. 11. um 20.20 Uhr) sowie konkret für die Design- und Kreativschaffenden konzipierten Weiterbildungen (Graphic Recording, Ideen visualisieren, Choch3) sind wir – so glaube ich nach vier Jahren Aufbauarbeit - als Partner der Vorarlberger Kreativbranche gut etabliert.

Was genau ist Choch3?
Isabella Natter-Spets: Choch 3 ist eine Coachingreihe für Gründungswillige und JunggründerInnen der Kreativwirtschaft (Design, Mode, Architektur, Multimedia, Software & Games, Video & Film, Werbung u.ä.). Ziel ist die unternehmerische Professionalisierung und Profilbildung sowie der Aufbau eines soliden Netzwerks zwischen den TeilnehmerInnen und darüber hinaus mit den vorherigen Jahrgängen und österreichweit.
Choch3 gibt es mittlerweile in fast allen Bundesländern, in Vorarlberg bereits seit 4 Jahren. Einige interessante Kooperationen und Erfolgsgeschichten wie zB das mit dem AdWin und dem Staatspreis Werbung ausgezeichnete Design für die KOJE entstanden bereits daraus. Viele der TeilnehmerInnen der letzten Jahrgänge sind bis heute in regem Austausch und in kooperativen Projekten aktiv: viele unterstützen sich gegenseitig bei Kundenaufträgen, daneben gibt es freie Projekte, wie etwa die Baz.art, die von Choch3 AbsolventInnen weiterentwickelt wurde und die Plattform der „Kreativen Köpfe“ – 8 Choch3 AbsolventInnen (Text, Mode, Handwerk, Grafikdesign, Web, Video…) die gemeinsam immer wieder Projekte umsetzen.

Für wen ist das Programm geeignet?
Isabella Natter-Spets: In erster Linie ist Choch3 wie erwähnt für Gründungswillige und JunggründerInnen der Kreativwirtschaft. Wie lange man als JunggründerIn gilt, ist dabei nicht ganz so trennscharf zu sehen, wichtig ist, dass einige der üblichen zu Beginn auftretenden Fragen - wie Entwicklung einer Geschäftsidee, Marktbearbeitungs- und Kommunikationsstrategie, Kalkulation der eigenen Kosten und Gestaltung von Preisen für die angebotene Leistung, Steuerfragen, Rechtsfragen, Fördermöglichkeiten - noch Thema sind. Wir hatten aber auch schon Unternehmen in Choch3, deren Gründungsdatum bereits einige Jahre zurückliegt, die sich aber neu orientieren wollen oder müssen: etwa der Druckvorstufentechniker, der sich in Richtung Grafikdesign und Buchgestaltung entwickelt hat. Die Bewerbungsdeadline für den nächsten Durchgang der von Jänner bis Juni 2015stattfindet, endet übrigens am 28.11. Onlinebewerbungen unter https://www.kreativwirtschaft.at/.
Danke für das Gespräch!