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Interview des Monats

Dietmar Stefani, seit Februar 2010 Geschäftsführer der Dornbirner Messe, hat einen umfangreichen Strategieprozess eingeleitet der nun abgeschlossen ist. Verschiedene Neuerungen werden im Herbst – Stichwort „Gustav“ - für die interessierte Öffentlichkeit erlebbar. Eine neue Projektleiterin konnte ebenfalls gewonnen werden.

Herr Stefani, was war der Beweggrund, das neue Messeformat „Gustav“ das auch als „Salon des guten Geschmacks“ bezeichnet wird, zu entwickeln?

Während unseres Strategieprozesses, der Ende letzten Jahres abgeschlossen wurde, haben wir ganz deutlich festgestellt, dass wir als Messe Dornbirn der ideale Marktplatz für Themen sind, die zur Region passen und so deren Besonderheit wiederspiegelt. Grundlage für die „Gustav“ war die Tatsache, dass während man sich in den Metropolen der Welt mühsam auf die Suche nach dem Echten, dem Ursprünglichen macht, bietet Vorarlberg das auf Schritt und Tritt. Der Vorarlberger Holzbau und die Architektur genießen z.B. weltweit Anerkennung für wegweisende Impulse. Viele unserer Lebensmittel werden auf Basis natürlicher Rohstoffe erzeugt.

Wo läge es daher näher als in Dornbirn einen Salon des guten Geschmacks zu veranstalten. Wir wollen den Besuchern Ende Oktober 2013 einen internationalen Salon der Konsumkultur präsentieren, der besonders werthaltiger Produkte zeigt. Werthaltig wegen der verwendeten Materialien, wegen der Fertigungstechnik, wegen der Funktion, wegen herausragender Nachhaltigkeit oder auch wegen des ansprechenden Designs. Im Fokus stehen neben Produzenten und Handwerkern auch Handelsbetriebe, die selbst über eine solche Auswahl an Produkten verfügen. Die Gustav-Idee wurde zudem in der Entwicklung mit vielen Unternehmern und Persönlichkeiten besprochen - das Interesse und der Zuspruch ist groß, was uns sehr motiviert.

In Vorarlberg standen das designforum und die ArtDesign in Feldkirch bislang für Ausstellungen im Designbereich. Unternimmt die Messe Dornbirn im Zuge Ihrer Neuausrichtung hier noch weitere Diversifikationen, etwa in Richtung Möbeldesign?

Das neue Messeformat „Gustav“ orientiert sich, wie erwähnt an den Gegebenheiten der Region und nicht etwa an bestehenden Veranstaltungen. Es gibt eine Idee wie „Gustav“ zumindest am deutschsprachigen Messemarkt noch nicht. Es gibt im nahen Umkreis dutzende Designer- und Genussmessen, mit denen wir nicht in Konkurrenz treten. Bei „Gustav“ geht es auch nicht um eine designte Oberfläche - es geht um besonders werthaltige Produkte. Unser Salon-Konzept geht deshalb deutlich in die Tiefe. Es geht um eine Konsumhaltung, die immer mehr Menschen einnehmen: Man will wissen, wo die Dinge herkommen, wer sie produziert hat und unter welchen Umständen. Wir richten uns an neugierige und selbstbewusste Menschen, die gern und gut konsumieren und hinter die Kulissen blicken wollen. Das endet nicht beim Essen und Trinken. Es hat aber auch nicht direkt mit Design zu tun, das oft an der Oberfläche kratzt. Es geht ums Gesamte. Wir wollen einen Salon für bewussten Konsum realisieren, bei dem es natürlich wie bei jeder Wirtschaftsplattform – also einer Messe - auch hier ums Geschäftemachen geht.

Das neue Messeformat zeichnet sich aber auch besonders durch Kooperationsmöglichkeiten aus. So laden wir Aussteller unterschiedlicher Branchen ein, gemeinsam und branchenübergreifend auszustellen. Für die Besucher entstehen so interessante Messepräsentationen und völlig neue Zugänge.

Bietet Ihrer Meinung nach das Messeareal in Dornbirn den für solche Ausstellungen – Stichwort Salon – geeigneten Rahmen?

In der Konzeptionierung der „Gustav“ haben wir besonders auf die Gegebenheiten unseres Messeareals Bezug genommen und somit die Rahmenbedingungen für das Salon-Format bestens festgelegt. Gerade die Messe Dornbirn, die in Mitten der Vier-Länder-Region liegt und somit das Einzugsgebiet etwa 1,1 Millionen Menschen umfasst, ist aus unserer Sicht genau der richtige Standort für ein solches Salon-Konzept. Es hat sich bei Special Interest- oder Fachmessen gezeigt, dass mit dem „Haus der Messe“ – also der Halle 13 -  ein Flaggschiff am Gelände steht, um anspruchsvolle Ausstellungen unterzubringen. Von dort aus soll die „Gustav“ über die Jahre  in die anderen Hallen wachsen. Wir finden es wichtig, dass gerade für hochwertige Produkte viel Raum bereitsteht - drangvolle Enge wird es bei der „Gustav“ nicht geben. Außerdem wird die Ausstellungsarchitektur einiges an Neuem bieten.

Für die „Gustav“ konnte eine neue Veranstaltungsmanagerin mit profunden Kenntnissen gewonnen werden, dürfen Sie uns bereits mehr verraten?

In der Tat haben wir für das neue Salon-Konzept eine neue Projektleitung gesucht und auch gefunden. Wir freuen uns, dass wir mit Helga Ginzinger eine wirklich erfahrene Veranstaltungsmanagerin gefunden haben, die unser kompetentes Team, das seit zwei Jahren intensiv die „Gustav“ als auch andere Themen entwickelt hat, ergänzen wird.