Interview des Monats

Kommunikationsfachfrau Martina Rüscher (Jg. 1972) lebt und arbeitet in Andelsbuch. Die Mutter von drei Kindern ist Gründerin der Agentur via3 und seit 2014 Landtagsabgeordnete. Als Berufsgruppenvertreterin der Veranstaltungsagenturen in der Fachgruppe Sport-und Freizeitwirtschaft sprach sie mit uns u.a. über den AdWin.

Frau Rüscher, wie viele Berührungspunkte hatten Sie in den vergangenen Jahren mit dem AdWin?
Martina Rüscher: "Ich verfolge den Adwin jedes Mal gerne und bin, wenn möglich, auch bei den Überreichungen mit dabei. Bevor wir das Kategoriensponsoring übernommen haben, haben wir auch selbst eingereicht und die Adwin-Veranstaltungen als feines MitarbeiterInnen-Event genossen. Für mich ist der AdWin ein wichtiger Kommunikationskanal nach innen und außen: Kommunikations-Fachleute treffen sich und tauschen sich aus, das Image der Kommunikationsbranche wird durch einen Qualitäts-Wettbewerb gestärkt und unsere (potenziellen) KundInnen hören von uns – und sind im besten Fall stolz auf das eigene eingereichte Projekt!"

Welche Chancen sehen Sie durch die Kategorie „Event“?
Martina Rüscher: "Events sind starke Kommunikationsträger, die wirken, wenn sie gut gemacht sind. Die eigene Kategorie beim AdWin fordert unsere Mitglieder auf, ihre besten Konzepte und Ideen „vor den Vorhang“ zu bringen. Das hilft der gesamten Berufsgruppe, denn gerade hier braucht es professionelle PartnerInnen, die nicht nur besondere, kreative und nachhaltige Ideen haben, sondern diese dann auch punktgenau zum vorgegebenen Termin und Budget umsetzen können. Der AdWin ist eine großartige Plattform, um diese Botschaft auch unseren KundInnen zu vermitteln."

Wie schaffen Sie den Spagat als Kommunikationsfachfrau für Institutionen, Unternehmen und Politikerin?
Martina Rüscher: "Mein Alltag hat sich seit dem Einstig in die Politik auf Landesebene sehr verändert. Ich betreue aus zeitlichen Gründen nur mehr einzelne Projekte, alle weiteren habe ich meinen früheren MitarbeiterInnen in ihre Selbständigkeit „mitgegeben“ – das war eine Win-Win-Situation für uns alle Ich arbeite sehr gerne in meinem Beruf und halte es auch für wesentlich, neben der Politik noch ein zweites Standbein zu haben. Man ist dann viel freier in seiner politischen Arbeit und wird nicht zum „Sesselkleber“! Das ist wahrscheinlich der Schlüssel: ich unterscheide nicht wirklich zwischen Freizeit und Arbeitszeit, weil ich das Glück habe, alles, was ich tue, mit Freude zu tun. Dann macht es nichts, wenn das Wochenpensum etwas größer wird ;-)".

Welchen Stellenwert räumen Sie der professionellen Kommunikation in der Wirtschaft Vorarlbergs ein?
Martina Rüscher: "In den letzten Jahren habe ich mein Wissen nochmals durch vertiefende Studien „upgedatet“ und das hat mich noch mehr in meiner Meinung gestärkt: Kommunikation kann keine Schwächen von Produkten, Dienstleistungen oder Unternehmen wettmachen, aber wenn es gute Inhalte gibt – die möglichst auch Sinn haben – dann braucht es eine professionelle Kommunikation. Nur so dringt man bis zu den Empfängern durch. Durch die sozialen Medien kann heute jeder selbst Botschaften produzieren und weltweit streuen. Es gilt, diese Kanäle auch als Unternehmen zu bespielen, zu beobachten und im eigenen Sinne zu nutzen. Darüber hinaus sehe ich in vielen Projekten eine immer größere Bedeutung von Beteiligung: Menschen (auch KundInnen) wollen heute ernst genommen werden und mitreden können. Auch hier bieten Kommunikationskanäle zahlreiche Chancen. Profis kennen diese und begleiten ihre KundInnen gezielt in dieser immer komplexeren Welt der Kommunikation."