Interview des Monats

Grafikdesignerin Marlies Stark (Jg. 1973) hat nach ihrer Ausbildung an der U5 - Akademie an der Einsteinstraße in München als Freelancerin und Art-Direktorin für namhafte Unternehmen gearbeitet, bevor sie sich 1996 selbständig machte. Die konzeptstarke Gestalterin designt auch Möbel, ist zweifache Mutter und hat ein Masterstudium Kulturmanagement absolviert.

Sie haben zum ersten Mal beim AdWin eingereicht?

Marlies Stark: "Ja - ich habe den AdWin zuvor nur aus der Ferne beobachtet. Da ich als kleine Agentur vielfach auch mit kleinen Budgets arbeite, hatte ich bisher den Eindruck, dass es schwer ist die Arbeiten mit dem Output der großen Vorarlberger Agenturen zu vergleichen. Dieses Jahr war es erstmals möglich, in der Kategorie "Plakate" einzureichen - und da hatte ich schöne Projekte. Dank des Kultursponsorings der Stadt Dornbirn standen zur Bewerbung der Theater-Produktionen von UNPOP (Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung) große Stadtflächen zur Verfügung. Die zwei eingereichten Plakate "Käthe Hermann" und "Einige Nachrichten an das All" wurden nominiert - "Käthe" hat dann gewonnen. Besonders freut mich, dass die Jury sich von einer radikal typografischen Lösung überzeugen ließ."

Ihr Fazit zum AdWin?

Marlies Stark: "Das Niveau in Vorarlberg ist hoch und man bekommt Lust, sich vielleicht wieder mal zu messen. Den Gewinn des AdWin 2017 haben meine KundInnen durchaus wahrgenommen. Ob und wie viele neue Kontakte entstehen, kann ich noch nicht beurteilen. Die Preisverleihung auf der Teeparty hat mir jedenfalls sehr gut gefallen, das Organisationsteam hat tolle Arbeit geleistet."

Haben Sie bisher bereits Angebote der Fachgruppe in Anspruch genommen?

Marlies Stark: "Ich war bei einigen Terminen der "regionale k.". Die letzte, die von Hans-Joachim Gögl organisiert wurde, war ein Besuch beim Künstler und Sozialwissenschafter Mark Riklin bzw. beim Atelier für Sonderaufgaben. Der Dialog mit den drei Künstlern sowie die Einblicke in die Arbeits- und Sichtweise von Frank und Patrik Riklin waren ein besonderes Privileg. Es ist sehr schade, dass Hans-Joachim Gögl dieses Format nicht weiter betreut. Gerade WEIL es ihn von der Kommunikations-Branche hin zum Kulturmanagement gezogen hat, wäre eine Fortsetzung in meinen Augen wünschenswert. Schließlich steht auch der kulturelle und künstlerische Diskurs latent unter dem Einfluss von Kommunikations-Arbeit und bildet gleichzeitig das Fundament auf das wir bauen. Ich verfolge die Programme der Fachgruppe jedenfalls weiterhin. Als nächste werde ich mir den Vortrag von Martin Hartmann zu Preisgestaltung anhören. Hier orte ich - gerade bei den EPU der Branche - zunehmende Unsicherheit."

Ihr Verständnis von „starkem Design“?

Marlies Stark: "Jeder Auftrag ist wichtig und verdient dieselbe Aufmerksamkeit. Grafik und Design sind meine Schwerpunkte, wobei ich allem voran immer die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema stelle. Für mich ist es wichtig, nicht nur eine Oberfläche zu gestalten, sondern das Wesen der Unternehmen bzw. der AuftraggeberInnen zu analysieren und darauf die Gestaltung zu bauen. Ich kann sehr gut zuhören - auch zwischen den Zeilen - und suche auch in fertigen Briefings noch nach Optimierungspotenzial. Diesen manchmal schonungslosen "Blick von außen" schätzen meine KundInnen besonders."

Anmerkung der Redaktion: Das Plakatdesign von Marlies Stark wird ebenso wie die anderen AdWin-Siegerprojekte beim AUSTRIACUS mitmachen, der am 22.11. in Wien verliehen wird.

Mehr über Marlies Stark und ihr Unternehmen Stark.Konzept Grafik Design auf www.starkpunkt.at