Interview des Monats

Mag. Ulrike Delacher, MSc. (Jg. 1973) ist seit 2014 (wieder) Leiterin der Unternehmenskommunikation in der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft und für eine Reihe von Aufgaben zuständig. Welche dies sind und welchen Part das Storytelling dabei einnimmt, verrät sie uns im nachfolgenden Interview des Monats.

Ihre eigene Berufsgeschichte ist eine lesenswerte Story – erzählen Sie uns mehr darüber?
Ulrike Delacher: „Gerne, bis dato durfte ich beruflich alles, was mir Spaß bereitet, ausprobieren: Vom Unterricht an der Privatuniversität in Atlanta, USA, bis zum Aufbau der Öffentlichkeitsarbeit für die Vorarlberger Landeskrankenhäuser (2002-2008), vom Weltanschauen für die Weltanschauung als Flugbegleiterin über die Wissenschaftskommunikation für die Medizinische Universität Innsbruck und als Chefredakteurin in einem Tiroler Wirtschaftsmagazin. Die Rückkehr in (m)einen Traumjob – in die Unternehmenskommunikation der KHBG - erfolgte 2014. Jeder berufliche Abschnitt und jede Erfahrung, inklusive der wirklich bunten während meiner Studienzeiten, waren und sind eine „Story“ für sich. Jede einzelne macht mich aus.“

Was sind Ihre Aufgaben und wie wird Storytelling in der KHBG eingesetzt?
Ulrike Delacher: „Das Spektrum an Aufgaben und Herausforderungen ist breit. Intern wie extern gilt es viele Ansprüche zu erfüllen. Dazu zählen neben strategischen Themen die aktive Pressearbeit ebenso wie Eventmanagement, Themen- und Personenpositionierung und Betreuung von Intra- und Internet, Issue-Monitoring, Krisenkommunikation, Gestaltung und Produktion von Drucksorten, Kampagnen, das Einhalten von CD-Vorgaben, die Social Media-Redaktion, das Erstellen der Mitarbeiterzeitung, die Organisation für das Patientenmagazin, u.v.m.
Bei den meisten unserer Themen geht es um eines: Menschen. Fast jedes Aufgabengebiet ist dann umgesetzt, wenn es mit Menschen in Verbindung gebracht wird oder eine „Story“ erzählt. Die Fachkompetenz der LKH z.B. wird an den hier arbeitenden spannenden Fachpersönlichkeiten gemessen. Die neue Behandlungsmethode ist dann gut, wenn wir einen Patienten finden, der bei der Presseaussendung mitwirkt. Kampagnen für die Rekrutierung von Fach- und Turnusärzten sowie Pflegekräften wie „WANTED“, „Go West“ und „Superkräfte“ funktionieren nur, wenn eine Story erzählt wird. Ein Patientenmagazin erzählt LKH-Geschichten für Patienten und verpackt geschickt unsere Kompetenz. Ein LKH-Facebook-Posting bekommt dann Likes, wenn es authentisch und persönlich ist.  Das ließe sich beliebig fortführen. Das spannende Over-all-Thema ist natürlich die Gesundheit, die jede und jeden von uns betrifft. Toll!“  

Sie sind bei einem der größten Arbeitgeber Vorarlbergs beschäftigt. Welchen Raum nimmt die interne Kommunikation hier ein?
Ulrike Delacher: „Die Landeskrankenhäuser sind ein sehr durchstrukturiertes und hierarchisch aufgebautes Unternehmen – mit verschiedenen Führungsebenen, angefangen von der Geschäftsführung der Vlbg. Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H. über die fünf Krankenhausleitungen bis zu den Abteilungs- und Bereichsleitungen. Wir haben zahlreiche Gremien (Ärzte, Pflege, KH-Leitungen und andere Berufsgruppen) die sich regelmäßig treffen. Unsere Geschäftsführung misst dem internen Austausch erfreulicherweise eine sehr hohe Bedeutung zu. Regelmäßige Jour Fixes und Sitzungen dienen der Information. Veranstaltungen bieten immer wieder die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt mit einem Teil unserer 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Daneben nutzen wir zielgruppenabhängig Medien, die die interne Kommunikation erleichtern, wie Newsletter, Intranet, MA-Zeitung, auch schwarze Bretter vor dem Speisesaal, Anschreiben in Papierform usw… Auch unser Facebook-Auftritt dient hin und wieder der Mitarbeiterinformation. Bei einem großen Unternehmen mit so unterschiedlichen Berufs- und Ausbildungsgruppen ist die interne Kommunikation – und besonders die interne Information – natürlich eine Herausforderung. Denn: Wer braucht welche Information wann und dann: Wie viel davon ist hilfreich oder sinnvoll? Und wie erreichen wir „alle“?  Wir tun schon viel, nur ist hier sicher auch noch Luft nach oben.  Wir bleiben – all dra! "

Vielen Dank für das Gespräch !

Anmerkung der Redaktion: die Mitglieder der Fachgruppe werden heuer noch im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung die Möglichkeit haben,  Ulrike Delacher kennenzulernen.