Interview des Monats

KW open ist ein führendes Merchandisingunternehmen mit Sitz in Götzis. Die Geschaftsführer Manfred Janek und Karin Weinhandl vertreten das Prinzip, Ökologie mit ihrem Denken und Tun zu vertreten. Ein Gespräch über Werbung mit ökologisch und sozial nachhaltig hergestellten Produkten.

Herr Janek, wie nachhaltig und fair kann man als Werbemittler sein?

Manfred Janek: Man kann hier einiges bewegen, auch wenn ein Überleben ausschließlich mit Nachhaltigkeit nicht möglich wäre. Unsere Prämisse ist, dass wir immer eine Stufe besser sind als der Standard. Wir können viele Kunden dazu bewegen, ihr Portfolio an Werbeartikeln sukzessive in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern. Selbst wenn es anfangs kleine Schritte sind, finden die Kunden dann schnell heraus, dass Nachhaltigkeit bei ihren Kunden ankommt. Die Menschen wollen eigentlich keine Wegwerfartikel mehr. Sie schätzen ein Textilprodukt aus Biobaumwolle  oder einen Artikel aus Recyclingmaterial ebenso. Der Wille ist auf jeden Fall da, oft stehen die Budgets im Weg, die dann doch zu Standardprodukten führen.

Seit wann geht KW open diesen Weg?

Manfred Janek: Wir hatten bereits 2004 einen Vorstoß gemacht, uns dann aber wieder zurückbewegt. Das Problem damals war, dass die Kunden das zwar cool fanden, aber nicht verstanden , warum ökologisch produzierte Produkte teurer sein sollten. Zudem war das Sortiment an nachhaltigen  Artikeln zu dieser Zeit noch sehr klein. 2008 haben wir dann ein offizielles Outing vorgenommen, seither bekennen wir uns zur Nachhaltigkeit mit aller Konsequenz. Nachdem wir auf dem Markt immer noch zu wenige Produkte gefunden hatten, sind wir auch als Distributor aktiv geworden, haben also nachhaltige Marken aufgenommen, die wir im ganzen deutschsprachigen Markt vertreiben.

Wie hat sich die Nachfrage nach ökologisch und sozial produzierten Werbemitteln verändert?

Manfred Janek: Die Umsätze sind - verglichen mit dem Werbeartikel-Gesamtmarkt - noch immer im sehr kleinen Bereich.  Das Interesse ist aber sehr groß, wir haben in der Branche einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Noch immer scheitern aber Ökoprojekte, vor allem bei Großfirmen, an den Budgets. Der Werbeartikel kommt sehr oft erst am Ende der Kommunikationskette eines Unternehmens und wird strikt nach Preis eingekauft. Unsere wichtigsten Kunden sind deshalb inhabergeführte KMUs. Wenn den Besitzern das Thema wichtig ist, wird es auch konsequent umgesetzt. Wir versuchen auch über Vorträge und Ökologieschulungen dem Thema im Markt mehr Bedeutung zu verschaffen, unter anderem schulen wir unsere Mitbewerber, um das Bewusstsein von der Verkäuferseite zu erhöhen.

Was raten Sie jemandem, der 2019 auf ökologische und nachhaltige Werbemittel umstellen möchte? Wie ist die Vorgangsweise und Beratung?

Manfred Janek: Einem Unternehmen, das bereits eine Werbeartikelkollektion hat raten wir, ein Leuchtturmprojekt mit 1 oder 2 Produkten zu starten und diese gut zu kommunizieren, damit die Kunden auch davon erfahren. Die Produkte müssen natürlich zur Markenpersönlichkeit und zum Portfolio passen, darin sehen wir unsere Stärke in der Beratung. Mit diesen Erfahrungen kann dann ein schrittweiser Ausbau in Richtung Ökologie vorgenommen werden. In der Regel führt das dazu, weniger Produkte dafür sehr gezielt zu verteilen. Wir beraten dazu gerne! www.kwopen.com