Interview des Monats

Sigi Ramoser (Jg. 1962) ist gebürtiger Lustenauer, hat Grafik Design in München studiert und ist seit 1986 selbständig (Saegenvier). Er unterrichtet als Gastdozent an der Fachhochschule Vorarlberg, an der Schule für Gestaltung in Ravensburg u.v.a. und freut sich aktuell mit seinem Team über neue Auszeichnungen.

Gratulation, Ihr habt ein Auszeichnungs-Triple für ein Projekt erhalten?

Sigi Ramoser: Für die Signaletik der Inselhalle Lindau dürfen wir uns über einen European Design Award in Silber freuen. Zudem sind wir mit demselben Projekt Winner beim German Brand Award 2019 und haben beim Iconic Award einen Preis für innovative Projekte erhalten. Wir waren überrascht und freuen uns selbstverständlich.

Seit Juli hat mit BOTTA ein brandneues Projekt in Lustenau geöffnet?

Sigi Ramoser: Nach der Signaletik für das Rathausquartier Lustenau, in dem wir drei aus völlig unterschiedlichen Zeitepochen stammende Gebäude mit unserem Leitsystem verbunden haben, haben wir das Design für das neueste Lustenauer Projekt finalisiert. Am neuen Standort von Lustenau Marketing in der Schillerstraße 2 entstand ein lokalurbanes Schaufenster für Lustenauer Produkte. „Botta“ heißt auf Lustenauerisch ja einkaufen. Wir verknüpften „Botta“ mit „made in Lustenau“ – und spielen mit Dialekt und Internationalität.

Woher stammt der Begriff lokalurban?

Sigi Ramoser: Der ist tatsächlich in unserem Büro entstanden. Wir finden es großartig, dass eine Marktgemeinde einen Laden eröffnet, in dem Lustenauer Besonderheiten – vom Senf bis zur gestickten Briefmarke - zu kaufen sind. Das könnte sich jede Stadt oder jede Gemeinde leisten. Ausgewählte Produkte sind etwas Besonderes auch vom inhaltlichen Thema her. Texter Hermann Brändle hat Lustenau mit einem gallischen Dorf verglichen – und wunderbare Texte für den Shop, Plakate, das Transportleihradsystem etc. geschrieben. Das BOTTA gibt Lustenau eine neue Wertigkeit und tut dem Ort gut. Uns von saegenvier ist das Ortsentwicklungsthema immer wichtig – egal ob wir ein Museum oder ein Headquarter gestalten. Was sind das für Gebäude, wer arbeitet dort, wie ist die Gestaltung und wer wird erreicht?

Auch am Heldenplatz seid Ihr wieder engagiert worden?

Sigi Ramoser: Demnächst präsentieren wir in Wien eine neue Intervention für die Fassade am Heldenplatz. Ab November werden die Fassaden mit dem Schwerpunktthema EU neu bespielt. Das ist ein Folgeauftrag, den wir nach dem Wettbewerb für die Gestaltung der Büropavillons auf dem Heldenplatz in Wien gewonnen hatten – und diese wiederum den German Design Award 2018. Aus dem Fassadenplanen werden übrigens Taschen produziert. Noch eine schöne Sache: Wir dürfen auch das Wien Museum signaletisieren, das ab 2022 eröffnet wird.

Viel Erfolg!