Interview des Monats

Andreas Salcher (Jg. 1971) ist seit 1. Februar 2019 Leiter der Koordinationsstelle Digitalisierung bei der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO) in Dornbirn. Die Koordinationsstelle Digitalisierung v-digital entspringt einer Idee der Digitalen Agenda Vorarlberg, in der das Land Vorarlberg Zielsetzungen definierte, um die digitale Transformation zu begleiten und aktiv mitzugestalten. Wir sprachen mit dem Veränderungsexperten und "Kümmerer" Andreas Salcher.

Welche Projekte der Digitalen Agenda Vorarlberg tangieren die Kommunikationsbranche?

Andreas Salcher: Vermutlich alle Projekte, weil nur solche Projekte auf die Digitale Agenda kommen, die auch einen entsprechenden direkten oder indirekten Impact auf die Vorarlberger Wirtschaft und damit auch auf die Kommunikationsbranche haben. Ein konkretes Beispiel für die Kommunikationsbranche könnte die Digitalisierungsoffensive für KMU (KMU Digital) sein. Damit erhalten sämtliche KMU einen Zugriff auf ein von der Wirtschaftskammer gefördertes Beratungs-Know-how zur Unterstützung der digitalen Transformation. Aber auch von den Investitionen in Breitband und in eine „digitalere“ Verwaltung profitieren die Unternehmen aus der Kommunikationsbranche.

Haben Sie eine Vorstellung, wie eine Agentur der Zukunft im Jahr 2030 aussehen/agieren könnte?

Andreas Salcher: Ich würde mich nicht als Experten für Agenturen sehen, aber in bestimmten Fragen sind die Herausforderungen für viele KMU über alle Branchen sehr ähnlich. Der Zugang zu Kunden wird sich weiterhin stark verändern, d.h. die Kommunikation wird immer direkter und gleichzeitig immer individueller. Entsprechend muss man auch mehr über den „Empfänger“ wissen und diese Informationen sollte man möglichst in „Echtzeit“ verarbeiten können. Das ist nur mit einem hohen Digitalisierungsgrad möglich. Die Kommunikations- und Medienbranche war bisher schon extrem stark von der Digitalisierung betroffen und wird es vermutlich auch in der Zukunft bleiben.

Was empfehlen Sie Agenturen, die sich mit der Digitalisierung bislang noch nicht oder zu wenig auseinandergesetzt haben?

Andreas Salcher: Ich tue mir schwer überhaupt zu glauben, dass es heute Agenturen gibt, die sich noch nicht mit der Digitalisierung beschäftigt haben. Agenturen, die heute existieren und erfolgreich sind, sind das nur, weil sie sich eben mit der Digitalisierung auseinandergesetzt haben. Damit werden Agenturen zu den „Vorreitern“ in der Digitalisierung. Alle anderen Agenturen sind vermutlich in einer sehr kleinen Nische tätig, in der Digitalisierung keine große Rolle spielt.

Kann sich auch ein EPU an v-digital wenden?

Andreas Salcher: Selbstverständlich. Die Größe eines Unternehmens ist für mich nicht entscheidend, sondern der echte Wille etwas verändern zu wollen. Da unterstützt v-digital jeden Unternehmer, ob EPU oder CEO eines großen Industriebetriebs.

Vielen Dank! und noch ein Hinweis zum Thema: Die nächste Sprechstunde KMU Digital mit konkreten Förderangeboten findet am 18. Februar von 13.30 bis 17.30 in der WKV statt. Weitere Informationen: www.v-digital.at