Interview des Monats

Martin Dechant (ikp Vorarlberg) ist unser designierter Fachgruppenobmann: Seine Liste erreichte 8 der möglichen 13 Mandate und wird den Obmann für die nächsten fünf Jahre stellen. Wie unsere Kreativwirtschaft die Krise meistern wird und was sich durch Covid-19 ändert, erklärt er im Interview des Monats.

Martin, herzlichen Glückwunsch zum klaren Wahlerfolg. Muss das Programm durch die Corona-Krise angepasst werden?

Martin Dechant: Danke. Es ist aktuell nicht ganz leicht, sich über das Wahlergebnis zu freuen, denn wir alle haben im Moment andere Sorgen. Durch die Corona-Krise stehen wir vor großen Herausforderungen – für uns persönlich, aber auch in der Branche. Hier sehe ich die Fachgruppe in der Verantwortung, für uns alle zu wirken, damit wir hoffentlich gut aus der Krise kommen. Denn Kommunikation braucht es gerade in diesen Zeiten mehr denn je. Mittelfristig wollen wir nun den versprochenen Reformprozess in der Fachgruppe einleiten. Dazu laden wir schon heute alle Mitglieder herzlich ein.

Der Prozess beinhaltet Punkte wie das noch stärkere Vernetzen der Kreativwirtschaft?

Martin Dechant: Das darf, das muss gleich beginnen. Gerade in solch schweren Zeiten müssen wir zusammenrücken und kooperieren. Mit den Fotografen, der schwergebeutelten Eventbranche oder den Filmern gibt es viele Synergien. Wir sind schon dran bzw. werden auf die Kolleginnen und Kollegen zugehen, um hier ein Miteinander mit Mehrwert zu schaffen.

Wie sieht das konkret aus?

Martin Dechant: Wir möchten zum Beispiel einen physischen Platz der Kreativwirtschaft schaffen. Der soll im Designforum in Dornbirn sein – hier laufen bereits Gespräche. Wir konzentrieren uns natürlich nicht exklusiv auf Dornbirn - auch in den anderen Bezirken soll es Kooperationsstellen geben – quasi ein „Designforum on Tour“.

Was soll da geschehen? „Design“ schränkt als Begriff ja etwas ein?

Martin Dechant: Bitte den Begriff nicht zu wörtlich nehmen. Wir wollen, dass sich die Kreativen vernetzen und gemeinsam arbeiten. So entstehen größere Ideen und Lösungen. Das liegt auf der Hand. Daneben soll vor allem unser aller Horizont erweitert werden. Es wird wieder grenzüberschreitende Formate geben und wir wollen gemeinsam Study-Trips zu anerkannten Kreativhotspots machen.

Derzeit ist das durch die Pandemie wohl nur schwer möglich?

Martin Dechant: Ja, das sind Vorhaben, die eine gewisse „Normalität“ voraussetzen. Dennoch ist Kreativität immer gefragt. Wir haben in den letzten Wochen sehr schnell auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Sondersituation umgeschaltet. Hier macht die Wirtschaftskammer als Ganzes einen großen Job. Alleine bei uns in der Fachgruppe sind hunderte Kolleginnen und Kollegen beraten worden. Auch schnelle Förderungen und Unterstützungen wurden bereits ausbezahlt. Das war der Beginn und muss natürlich noch weitergehen. Inhaltlich haben wir virtuelle Runde Tische initiiert und holen so das Stimmungsbild ab. Daraus leiten wir weitere Soforthilfemaßnahmen ab. Ziel ist und bleibt, gemeinsam mit der Kreativwirtschaft diese Krise erfolgreich zu meistern. Dafür arbeiten wir gerne.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg.

 

Anmerkung:

Covid-bedingt findet die konstituierende Sitzung erst zu einem noch bekanntzugebenden Zeitunkt statt. Das Ergebnis der Wahl in der FG Werbung und Marktkommunikation präsentiert sich wie folgt:

8 Mandate Vorarlberger Wirtschaft – Martin und die Kreativen – 123 Stimmen

4 Mandate Grüne Wirtschaft – 59 Stimmen

1 Mandat UNOS – 14 Stimmen

Der neue FG-Ausschuss:

Vorarlberger Wirtschaft
Martin Dechant
Jörg Ströhle
Hanno Schuster
Simone Angerer
Simon Ender
Patricia Erne
Thomas Wiesenegger
Raphaela Dünser

Grüne Wirtschaft
Gerhard Otto Hofer
Andrea Petermann-Ess
Gabriele Harmtodt
Bernhard Josef Hafele

Neos Unternehmerisches Vorarlberg (UNOS)
Christian Mathis (Minderheitenmandat)