Interview: Roland Tauchner

Roland Tauchner ist Geschäftsführer der DIMOCO Direct Mobile Communications GmbH sowie Gründungsmitglied und Präsident der Mobile Marketing Association (MMA) Austria. Die MMA Austria ist seit 2005 die österreichische Landesorganisation der Internationalen Mobile Marketing Association. Laut dem vom MMA Austria in Auftrag gegebenen „Mobile Communications Report 2011“ gibt es in Vorarlberg anteilsmäßig die meisten Tablets-Nutzer in Österreich. Bei der Nutzung von Social Media am Handy liegt das „Ländle“ mit 85 Prozent ebenfalls ganz vorne in der Verbreitung. Roland Tauchner erklärt, warum Mobile Marketing nicht mehr wegzudenken ist.

Der Hauptfokus der MMA Austria ist die Etablierung von mobilen Anwendungen als unerlässlichen Bestandteil des Marketing-Mixes. Warum kommt man fast nicht mehr am Mobile Marketing vorbei?
Mit einer aktuellen technischen Handypenetration in Österreich gemessen, an der Gesamtbevölkerung von über 130 Prozent, kommt man an dieser Marketing- und Vermarktungsmöglichkeit nicht mehr vorbei. Über 60 Prozent der Österreicher nutzen bereits ein Smartphone wie zum Beispiel das iPhone von Apple. Die Nutzung des Internets über das Mobiltelefon steigt rasant und stetig an. So haben 2011 bereits über 50 Prozent mehrmals wöchentlich im mobilen Internet gesurft. Unsere Studie zeigt auch, dass innerhalb der kommenden zwei Jahre der Zugriff auf das mobile Internet die 80 Prozent-Marke erreichen könnte.

Laut der aktuellen Studie „Mobile Communications Report 2011“ haben 78 Prozent der Österreicher zumindest sechs Apps auf ihrem Handy installiert – 34 Prozent sogar mehr als 20 Apps. Wann hat sich eine App durchgesetzt und ist erfolgreich?
Meiner Meinung nach steht hier entweder eine sehr konzentrierte Kernanwendung im Vordergrund, wie zum Beispiel das Handyparken in Österreich, Trainingsprogramme für Sportler und Ähnliches oder Apps holen den Nutzer mit einem hohen Innovations- und Unterhaltungsschwerpunkt ab, wie es zum Beispiel facebook vorzeigt. Facebook als „soziales“ Netzwerk ist zugleich auch der wesentliche Treiber für die Nutzung des mobilen Internets insgesamt. Rund 66 Prozent der Befragten, die im mobilen Internet surfen, nutzen die Dienste von facebook regelmäßig.

Ziel des Mobile Marketing ist, eine nachhaltige Kundenbeziehung aufzubauen. Wie erreicht man das am besten? Gibt es Faustregeln?
Es klingt zwar schon etwas abgedroschen, aber weniger ist mehr und ohne eine vernünftige Integration in den gesamten Marketing- und Medien-Mix geht es ohnedies nicht. Das Handy bietet eine bidirektionale Kommunikationsmöglichkeit. Das bedeutet, der Kunde kann auf jede erhaltene Nachricht auch gleich wieder antworten – ganz gleich, ob man über SMS, MMS, Email, in einer Applikation oder im mobilen Internet den Dialog startet. Der User hat einen direkten Zugang auf den persönlichsten „Postkasten“ im Universum.

Manche Werber begehen den Fehler und reizen das bis zum Exzess aus, was in einem Opt-Out des Konsumenten oder einem „gefällt mir nicht mehr“ mündet. Sprich, der Kunde verabschiedet sich aus dem Dialog.

Aus unserer Sicht ist daher eine klare und transparente Kommunikation zu definieren: Wozu, wann, über welchen Channel und wie oft wird mit dem Konsumenten interagiert. Dazu können wir mittlerweile in Österreich auf hunderte erfolgreiche Beispiele verweisen.