Mit Food-Branding international erfolgreich

Sie ist Food-Branding-Spezialistin und mit Projekten in Kopenhagen und Bregenz selbständig: Brini Fetz (Jg. 1989) aus Eichenberg studierte Grafikdesign und Wirtschaftswissenschaften in Wien, bis ein Studiengang sie in die Design-Stadt Kopenhagen führte. Fetz arbeitet seit Jahren für internationale Marken – seit 2020 auch von ihrem Bregenzer Büro aus

Wie kam es zur Firmengründung in Kopenhagen?

Brini Fetz: Nach dem Bachelor wollte ich für die Masterarbeit meine zwei doch sehr unterschiedlichen Studien kombinieren und wählte den Studiengang “Management of Creative Business Processes” an der Copenhagen Business School in Dänemark. Schon während des Studiums organisierte ich mit vier Kolleginnen aus Spaß Pop-Up-Cafés und Food Events. Daraus ist dann eine Event- und Kommunikationsagentur mit dem Fokus auf Food entstanden (www.sweetsneak.com). Für den kulinarischen Teil gewannen wir Köche und Konditoren als Partner,  um uns selbst stärker auf Konzepte und das Visuelle zu fokussieren. Unser Portfolio entwickelte sich immer mehr zu Content Creation und schlussendlich Food Branding. Insgesamt war ich acht Jahre in Kopenhagen. Nach fünf unglaublich spannenden Jahren als Creative Director unseres fünfköpfigen Sweet Sneak Studios war es Zeit, wieder in die Heimat zurückzukehren. Die Agentur in Kopenhagen lösten wir mit Anfang 2020 auf – die Design-Projekte führe ich mit meiner neuen Agentur “hej studio” (hejstudio.at) von Bregenz aus.

Warum gerade Food-Branding?
Brini Fetz: Food ist eine faszinierende Sache – wir müssen uns alle mehrmals am Tag Gedanken über unser Essen machen. Außerdem ist Essen nicht nur ein Bedürfnis, sondern ein sehr sensorisches Erlebnis, mit dem wir Menschen viele Emotionen verknüpfen. Jeder hat Assoziationen zu Food - Meinungen und Vorlieben. Es ist eine Notwendigkeit fürs Überleben, Food kann jedoch auch purer Luxus sein. Mit Food-Produkten zu arbeiten finde ich daher besonders spannend!

Wie kommt man zu Kunden wie IKEA, Bahlsen, Bonduelle und Co?
Brini Fetz: Durch unseren etwas anderen Ansatz den wir als Design-Agentur mit Fokus auf Erlebnisse und Food gesetzt haben, erhielten wir in Kopenhagen von Anfang an recht viel Aufmerksamkeit. Toll war, dass wir somit schon als junges Studio die Chance bekamen mit spannenden, großen Kunden zu arbeiten. Unser internationales Netzwerk war hilfreich, um auch über die Ländergrenzen hinweg Projekte an Land zu ziehen. Die sozialen Medien spielen natürlich auch eine große Rolle in unserer Kommunikation – gerade die visuellen Kanäle sind für uns ein wichtiger Projekt-Katalysator.

Hat die Coronakrise dein Business beeinträchtigt?
Brini Fetz: hej studio ist verhältnismäßig gut durch dieses Jahr gekommen. Zum einen hatten wir schon vor Corona einige große Projekte gestartet, die dann auch wie geplant durchgeführt wurden, und zum anderen haben wir das Glück, dass wir großteils mit Consumer Food Brands arbeiten, die recht gut durch die Krise gekommen sind. Natürlich gibt es Projekte, die abgesagt oder verschoben wurden. 2021 sehe ich natürlich auch mit Respekt entgegen.

Wie geht es dir jetzt mit zwei Standorten?
Brini Fetz: Ich arbeite weiterhin eng mit meinem kreativen Netzwerk -  Designern und Fotografen in Kopenhagen und bin regelmäßig für Projekte und Fotoshootings in der Nordischen Hauptstadt. Generell beziehen wir unsere Aufträge aus einem internationalen Netzwerk. Den Bezug zu Kopenhagen und allem, was auf dem Weg nach Bregenz dazwischenliegt, möchte ich gerne aufrechterhalten. Ich denke, die beiden Standorte ergänzen sich exzellent – der „macherische“ Pragmatismus aus dem Ländle und der neugierige, offene Geist der Dänen, der aber auch viel von Design einfordert, sind sich gegenseitig eine wunderbare Inspiration. Den Link zwischen den zwei Orten zu schaffen wird meine Aufgabe für die nächste Zeit. Ich freue mich über Anknüpfungspunkte in der Vorarlberger Kreativbranche!

Mehr über Brini Fetz auf: www.hejstudio.at