Interview des Monats

Teddy Maier (Jg. 1958) sorgt seit 1979 für guten Ton - als Musiker, Komponist unt Tontechniker. Er betreibt sein eigenes Tonstudio (tonzoo ) seit 35 Jahren und ist seit 2010 Fachgruppenobmann der Film- und Musikindustrie Vorarlberg und Projektleiter des neugegründeten "Filmwerk Vorarlberg".

Was gab den Ausschlag für die Qualitätsgemeinschaft „Filmwerk Vorarlberg"?
Diese Qualitätsgemeinschaft hat sich gebildet um innovative Strategien zur Stärkung der Vorarlberger Film- und Musikindustrie zu entwickeln. Unsere Mitglieder haben erkannt, dass diese Kooperation große Chancen und Möglichkeiten mit sich bringt. Unter der Dachmarke arbeiten wir gemeinsam an Themen wie Produktionsqualität, Weiterbildung, Vermarktung und Vernetzung. Die teilnehmenden Unternehmen entwickeln gemeinsame Qualitätsstandards, organisieren Workshops mit internationalen Profis, um stets auf dem aktuellsten Wissenstand zu sein und präsentieren sich mit einem gemeinsamen Online-Auftritt. Und obwohl die meisten Mitglieder als Ein-Personen-Unternehmen registriert sind, arbeiten sie eng miteinander und sind durch die starke Vernetzung im "Filmwerk Vorarlberg" in der Lage, flexibel zu produzieren und sowohl kleinere als auch große Produktionen in Vorarlberg abzuwickeln.

Doch nicht nur die regionale Wirkung steht im Vordergrund. Das "Filmwerk Vorarlberg" entwickelt auch Strategien, die grenzübergreifend wirken sollen. Die rasante Entwicklung der Filmtechnik hat es in den letzten Jahren möglich gemacht, auch als kleines Unternehmen Filmproduktionen auf hohem technischen Niveau anzubieten. In weiterer Folge bietet das Internet inzwischen unüberschaubar viele Möglichkeiten, Filme zu verbreiten. Das Filmwerk sieht es als außerordentlich wichtig an, klar durch gestalterisch und technisch hochwertige Qualitätsproduktionen unter der Marke "Filmwerk Vorarlberg" aufzufallen. Ein erster großer Erfolg unserer jungen Quallitätsgemeinschaft ist die neue Vorarlberger Filmförderung „Wirtschaft-Kultur-Tourismus“, die durch unsere Initiative vom Land Vorarlberg eingerichtet wurde und heuer erstmalig 250.000 Euro im Fördertopf bereitstellt.

Welche Qualitätskriterien gelten für mögliche Interessenten/Neumitglieder?
Nachdem wir zu Beginn ganz bewusst nur Mitglieder aus der Fachgruppe Film- und Musikindustrie aufgenommen haben, öffnen wir uns jetzt ganz bewusst für andere affine Branchen. Um Mitglied beim Filmwerk Vorarlberg zu werden ist in erster Linie eine gültige Gewerbeberechtigung bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg notwendig. Darüber hinaus gibt es eine Aufnahmegebühr und einen jährlichen Mitgliedsbeitrag. Das Filmwerk Vorarlberg finanziert sich fast ausschließlich selbst. Unsere Mitglieder zeichnen sich durch einen hohen Qualitätsanspruch in jeder Phase ihrer Arbeit aus. Wir setzen bei unseren Mitgliedern ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz und eine professionelle Projektabwicklung voraus. Dazu gehören auch faire Preise auf Kollektivvertrags-Basis.

Wie funktioniert ein solcher Zusammenschluss in der Praxis?
Das Filmwerk Vorarlberg ist gelebte Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft steht und fällt mit dem Engagement ihrer Mitglieder. Netzwerken, austauschen und kooperieren sind deshalb zentrale Elemente bei uns. Unsere Mitglieder treffen sich jeden Monat zum gemeinsamen Austausch, wir laden dazu oft auch externe Referenten zu unterschiedlichen Themen ein. In der Filmwerk.statt geben wir einen Einblick in unser Schaffen und geben unser Wissen weiter.Im Herbst starten wir eine weitere Veranstaltungsreihe, mit der wir Hinter die Kulissen großer, heimischer Produktionen und Künstler blicken. Kooperationen mit nahestehenden Interessensgruppen sind uns ebenfalls wichtig – kommenden Dienstag (13. Mai) laden wir beispielsweise gemeinsam mit der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation zum Impulsreferat „Bewegtbild-Kommunikation“ ein. Und wir sind natürlich online präsent: auf unserer eigenen Webseite und via Facebook.

Danke für das Gespräch!